Kartoffelpfannkuchen hinter Klostermauern

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Rudolf Kipp (rechts) und Jürgen Krieger haben schon ein Stück der Klostermauer restauriert. Aber es bleibt noch viel zu tun. Insgesamt soll alles einmal so aussehen wie der bereits fertig gestellte Teil in der linken Bildhälfte.

Dieburg - Kartoffelpfannkuchen mit Apfelkompott schmecken auch hinter Klostermauern: Davon können sich Besucher am Sonntag, 4. September, überzeugen.  Von Lisa Hager

Von 11 bis 13.30 Uhr bieten Freundes des Kapuzinerklosters Dieburg im Minnefeld die Spezialitäten an, die aus Produkten aus dem Garten der Anlage hergestellt werden. „Das Essen ist kostenlos“, sagt Initiator Rudolf Kipp. „Über Spenden freuen wir uns natürlich, denn der Erlös fließt in die Sanierung der Klostermauer. “.

An der Nordseite des Klostergartens geht es langsam, aber stetig voran. Ehrenamtliche Helfer - die Hauptakteure sind der direkte Nachbar Rudolf Kipp, der Otzberger Jürgen Krieger und der Ur-Dieburger Adolf Christ - setzen viel Kraft, Ideenreichtum und auch eigene finanzielle Mittel dafür ein, die Klosteranlage zu pflegen, Mauern und Gartenhäuser wieder instand zu setzen. „Das Kloster ist ein wichtiges Kulturgut unserer Stadt, ein spiritueller Ort, der zu Dieburg gehört und erhalten bleiben soll“, sagt Kipp, der als Bub hier schon Ministrant war. Es fing damit an, dass er die Mauer des Klosters, die an sein eigenes Grundstück grenzt, verputzen wollte, um die Feuchtigkeit rauszubringen. Das hatte der Pensionär eigenhändig und auf eigene Kosten bewerkstelligt.

Die Probleme stecken im Detail

„Da habe ich gesehen, dass es im Kloster selbst noch viel mehr zu tun gibt", sagt er. Zusammen mit Jürgen Krieger aus Otzberg, der sich dem Kloster auch eng verbunden fühlt, hat er sich dann die Nordseite vorgenommen. Auch eine dort angebaute alte Backstube wird restauriert, das Dach ist bereits mit richtigen Ziegeln neu gedeckt, das alte Eternitdach entsorgt worden. Ein- bis zweimal die Woche sind die beiden zusammen mit Adolf Christ im Klostergarten tätig.

Die Probleme bei der Sanierung der Mauer steckten im Detail: Die Räume zwischen den Natursteinen waren mit normalem Mörtel aufgefüllt worden. „Das muss alles mühsam wieder raus“, sagt Kipp und zeigt mit der Kelle auf eine entsprechende Stelle. Nicht nur, dass der Denkmalschutz hier ein Wörtchen mitzureden hat - der übliche Mörtel ist auch ungeeignet, weil er keine Feuchtigkeit durchlässt. Und so muss der alte Putz nicht nur entfernt, sondern durch ein teureres Fugenmittel für Natursteine ersetzt werden, das rund 25 Euro für zwei Quadratmeter Mauer kostet. „Irgendwann sind wir mit unseren Mitteln halt auch am Ende“, sagt Kipp, der zusammen mit seinen Helfern schon viel Material aus eigener Tasche bezahlt hat. „Deshalb kam uns die Idee mit dem Aktionstag zum Thema Kartoffelpfannkuchen.“

„Das muss alles Hand und Fuß haben“

Ein Magistratsmitglied und Stadtverordnete haben ebenfalls schon säckeweise Zement gespendet, dazu kam die Spende eines Baumarktes. „Aber das reicht noch nicht“, so Jürgen Krieger, der noch berufstätig ist und nur in der Freizeit im Kloster werkeln kann. Auch die Ziegel, mit der die Natursteinmauer nach oben abgedeckt wird, dürfen nicht irgendwelche sein. „Da gab es ganz klare Vorgaben von der Kreisdenkmalpflegerin“, sagt Kipp. Auch der obere verputzte Teil der Mauer muss in einem speziellen Farbton gestrichen werden. „Das muss alles Hand und Fuß haben“, so Kipp und bleibt gedankenverloren vorm nächsten „Projekt“ stehen. „Das alte Hühnerhäuschen müsste auch gerichtet werden, das fällt bald zusammen“, murmelt er.

Quelle: op-online.de

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