Kassensturz beglückt nicht jeden

I-Nord-Fest: Während die Unternehmen meist zufrieden sind, machten ein paar Stände Verluste

Dieburg - Bei den Beteiligten liegen die Zahlen inzwischen auf dem Tisch – meist erfreuliche, vereinzelt aber auch unerfreuliche. Von Jens Dörr

Im Nachgang zum großen, zweitägigen Fest „40 Jahre Dieburg-Nord“, bei dem sich im September das Industriegebiet und die ganze Stadt feierte, endete der Kassensturz mit unterschiedlich glücklichen Gesichtern.

Einig waren sich sowohl Unternehmen als auch teilnehmende Vereine, dass die Veranstaltung insgesamt gut organisiert und eine Werbung für das I-Nord gewesen sei. „Es war ein Riesending, das wir auf die Beine gestellt haben“, meinte beim abschließenden Treffen Helmut Schelter, einer der Cheforganisatoren. Beim Erfolg des persönlichen Stands und den eigenen Einnahmen gab es bei den I-Nord-Unternehmen meist zufriedene Mienen. Bei den Vereinen fielen die Bewertungen unterschiedlich aus.

So meldeten einige, trotz zweier Tage Arbeit und auf den ersten Blick vieler Besucher – vor allem der Gastronomiemeile – nichts verdient oder gar draufgelegt zu haben. Darüber ärgerten sich beispielsweise die Dieburger SPD und die SG Grün-Gelb. Vor allem aber über die Ursache: Einige Unternehmen hätten, ohne das vorher bekanntzugeben, Besucher ebenfalls mit Speisen und Getränken bewirtet. Das hätte – mit wenigen genehmigten Ausnahmen – eigentlich den Vereinen vorbehalten bleiben sollen, gaben auch die Organisatoren, neben Schelter Isabella Rödler, Leonardo Plate und Paul Strücker, zu.

Unterschiedliche Meinungen

Einige hätten sich schlicht nicht daran gehalten und Speisen und Getränke günstig oder gratis abgegeben. Allerdings gab es auch Vereine auf derselben Meile, die mit den Verkäufen zufrieden waren. Dazu zählte etwa der Türkisch-Islamische Kulturverein. Der Verein „Barrierefreies Dieburg“, der mit einem Rollstuhl-Parcours auf sich aufmerksam gemacht hatte, nannte das Fest ebenfalls einen „Erfolg“.

Nach unterschiedlichen Meinungen darüber, ob auch Vereine das „unternehmerische Risiko“ eines Verlustes bei solchen Festen in Kauf nehmen müssten, wurde der Vorschlag erörtert, bei den I-Nord-Firmen um eine Spende zu bitten, um die Verluste der Vereine auszugleichen. Das wurde nach dem Treffen aber wieder verworfen, wie Schelter mitteilte.

Auch die Veranstalter blieben in der Endabrechnung auf einem kleinen Minus sitzen. Sollte es ein nächstes Mal geben, kenne man einige Stellschrauben, an denen man noch drehen könne, verdeutlichte Rödler, dass das I-Nord-Fest in Art und Umfang erstmals stattgefunden habe und Premieren immer auch Möglichkeiten zur Verbesserung übrig ließen.

Das galt etwa für den eher schlecht genutzten Buspendelverkehr und die Aktion mit den vorab verteilten Gewinndosen. Hier kam nicht einmal die Hälfte zurück, um an den Festtagen geöffnet zu werden.

Inwiefern es ein größeres Fest im Dieburger Industriegebiet I-Nord in den kommenden Jahren aufs Neue geben könnte, ist offen.

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