„Ich will erst einmal zuhören“

Kindertagesstätte St. Martin hat eine neue Leiterin

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Rebecca List (Mitte) übernimmt mit dem Jahreswechsel die Leitung der katholischen Kita St. Martin in Dieburg. Jetzt hat sie sich vorgestellt und nutzte die Gelegenheit, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen.

Dieburg - Die katholische Kita St. Martin hat eine neue Leiterin. Am Freitag hat sich Rebecca List den Eltern vorgestellt und viele erste Gespräche geführt.

Es wurde keine lange, ausladende Zeremonie mit vielen Ansprachen und kindlichem Unterhaltungsprogramm. Kurz und knapp war der offizielle Teil, in dem Pfarrer Alexander Vogl als Hausherr die zahlreichen Besucher begrüßte und seiner Freude Ausdruck gab, dass die Vakanz mit dem Jahreswechsel beendet werden kann. Herzlich begrüßt wurde die „Neue“ zudem von Sandra Mann und Daniela Tischbirek, die für die Übergangzeit kommissarisch die Leitung übernommen haben. Die Kita ist ein erst 2014 in Betrieb genommener Neubau, mit vergleichsweise großzügigem Raumprogramm und moderner Technik. Lange war darüber diskutiert worden, ob der Vorläuferbau sanierungsfähig sei. Doch neigte sich die Waage der Entscheidung zum Neuen, als klar wurde, dass man das Angebot um die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ergänzen will.

List wird damit einen kleinen Großbetrieb übernehmen, mit drei Ü3- und zwei U-3-Gruppen, damit nominal 95 Kindern, wenn nicht Übergangs-Vakanzen und Integrationsmaßnahmen diese Zahl reduzieren. Die Größe der U3-Gruppen ist übrigens auf zehn Kinder festgelegt und damit an dem Mindestverordnungs-Standard orientiert, während das neuere KiFöG bis zu zwölf Kinder zulässt – eine Zahl, die von vielen Erzieherinnen kritisch gesehen wird.

Es gibt eine Grundbetreuungszeit von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr, die maximale Betreuungszeit geht bis 16.15 Uhr, dann natürlich obligatorisch mit Mittagessen. Die Frau aus dem Odenwälder Seckmauern wird Chefin von 15 Erzieherinnen. Die 35-jährige Rebecca List hat zuvor in der evangelischen Kindertagesstätte in Klein-Umstadt gearbeitet. Dies ist eine Einrichtung, die von der evangelischen Kirche getragen wird. „Ich bin katholisch“, sagt die künftige Leiterin von St. Martin, „aber ich habe auch in Klein-Umstadt gute Erfahrungen mit einem konfessionellen Träger gemacht.“ Im Groß-Umstädter Stadtteil war sie zwei Jahre lang stellvertretende Leiterin.

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

Für die Einrichtung, die sie verlässt, gibt es Pläne, das Angebot um U 3 zu ergänzen. In der täglichen Praxis hat List, die selbst keine Kinder hat, noch keine Erfahrung mit der vergleichsweise aufwändigen Betreuung der Kleinsten. „Das ist für mich Neuland“, räumt sie ein. Auch Dieburg ist für sie Neuland – wenngleich es für sie jetzt nicht den Riesenunterschied macht, aus dem Odenwald übers Rondell nach Umstadt oder ein paar Kilometer weiter zu pendeln. Den Wohnsitz will sie vorerst jedenfalls nicht verlegen, „aber ich will die Fastnacht erleben, weil das hier ja eine Narrenhochburg ist.“ Ansonsten: „Ich will erst einmal zuhören, mit den Kolleginnen und den Eltern sprechen, herausfinden, wie die Erwartungen sind, wo es vielleicht Probleme gibt.“ Und dann taucht sie ein in die Elterngespräche an diesem vorweihnachtlichen Spätnachmittag. (sr)

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