Bei der Segelregatta der Modellbauer bleiben die Skipper am Ufer / Nachtfahrten

Kein einziger Kapitän an Bord

Hessisches Seenland? Bei der Segelregatta der Modellbau-Kapitäne kam am Spießfeld Urlaubsstimmung auf. - Foto: Scholze

Dieburg - Ideale Windbedingungen herrschten auf „hoher See“, als am Mittwochnachmittag die Regatta der Reederei Spießfeld gestartet wurde. Von Verena Scholze

23 Kapitäne waren mit ihren Segelbooten verschiedener Größen angetreten, um zu zeigen, wer am besten auf die Entfernung mit dem Boot umgehen konnte. Anders als bei den großen Vorbildern, stehen die Skipper ja nicht an Deck, sondern vollführen die komplizierten Wendemanöver vom Ufer aus – mit der Funkfernsteuerung in der Hand.

Bereits zum vierten Mal wurde die beliebte Regatta, die jedes Jahr am 3. Oktober stattfindet, gestartet. Teilnehmen konnten nicht nur Vereinsmitglieder, auch Gäste mit ihren Booten waren willkommen. Einzige Voraussetzung war, dass die Boote nicht motorisiert sein durften. Neben den Kapitänen hatte sich auch eine große Anzahl an Zuschauern eingefunden, die das beeindruckende Spektakel auf dem Wasser verfolgten. Gesegelt wurde auf einer abgesteckten Strecke im Dreiecksparcour, wobei mehrere Durchläufe stattfanden, bei denen jeweils zwei Runden absolviert wurden. Die Teilnehmer zeigten alle Siegeswillen, denn immerhin ging es um eine Flasche Sekt als Hauptgewinn. „Es geht nicht ums Gewinnen, wir veranstalten diese Regatta nur zum Spaß“, erklärte ein Verantwortlicher augenzwinkernd.

„Mit einem Modellboot zu segeln ist komplizierter als es aussieht“, berichtete ein Teilnehmer der Regatta. Denn während man im Gegensatz zu den großen Segelbooten unmittelbar spürt, woher der Wind weht, kann der Modellsportler nur aus dem Verhalten seines Bootes schlussfolgern, was da gerade viele Meter von ihm entfernt auf dem Wasser passiert. Und so unterschätzte selbst ein erfahrener Freizeitkapitän die herrschenden Windverhältnisse und brachte sein Segelboot zum Kentern. Dies rief Organisator Konrad Mühlberger zum Einsatz, der mit seinem Schlauchboot auf den See rudern und das gekenterte Boot bergen musste. Dies blieb jedoch die einzige „Havarie“ der Regatta.

Die Saison ist für die Kapitäne indes noch nicht zu Ende. So finden mittwochs „Nachtfahrten“ bis in die Dämmerung statt.

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