„Kein schlechtes Laufwetter“

+
Trotz Tropentemperaturen begeistert bei der Sache: In der prallen Mittagshitze starteten die Schüler ihren Lauf.

Dieburg ‐  Hitze und nahezu zeitgleiches WM-Spiel der Deutschen - der „Dieburger Stadtlauf“ des Turnvereins stand in diesem Jahr nicht unter optimalen Vorzeichen. Von Jens Dörr

Im Hauptlauf über zehn Kilometer beispielsweise starteten dann auch „nur“ 113 Läuferinnen und Läufer, 2009 waren es im selben Wettbewerb noch 330 gewesen. Doch obwohl dann auch Organisator und Streckenmoderator Volker Hanisch zugeben musste, dass mit Markus Fischer diesmal ein Zimmerner vor allen Dieburgern und sonstigen Teilnehmern ins Ziel gelaufen war, blieb festzuhalten: Unter Berücksichtigung der äußeren Bedingungen organisierte der TV die bestmögliche 12. Auflage des beliebten Volkslaufs.

Mehr Eindrücke vom Stadtlauf:

Dieburger Stadtlauf bei Hitze und WM-Spiel

Das Wichtigste: Die Johanniter mussten nach dem letzten Lauf weder von kollabierten Läufern noch von Schlimmerem berichten. Erst am vorletzten Sonntag war beim Volkslauf in Altheim ein 49-Jähriger aus Hergershausen zusammengebrochen und verstorben - ebenfalls bei einem Wettbewerb über 10 000 Meter. „Macht langsam, das ist heute kein Laufwetter“, wies Hanisch dann auch verantwortungsvoll vor den ersten Läufen hin. Die bestritten Bambini und Schüler. Letztere mussten in der prallen Mittagssonne zwei Kilometer bewältigen, was gerade dem einen oder anderen Mädchen auf der Zielgeraden sichtlich schwer fiel (die Top-Platzierungen dieser und aller anderen Läufe am Donnerstag im Lokalsport des DA).

Max Enders, schnellster aller Schüler. Er schaffte die zwei Kilometer in 7:24 Minuten.

Den Erwachsenen dagegen kam zupass, dass sich kurz vor dem auf 18 Uhr verlegten Start von Hauptlauf und Jedermannlauf (über vier Kilometer, mit Gruppenwertung) Wolken vor die Sonne schoben und die gefühlte Temperatur merklich sank. Zudem kam ein teils böiger Wind auf, den auch Sieger Fischer (Zeit: 36:52 Minuten) in seinem Renn-Resümee erwähnte. „Insgesamt war es aber kein schlechtes Laufwetter“, befand er, der in Dieburg geboren wurde, in Groß-Zimmern wohnt und für das StartNet-Team des DSW Darmstadt antritt. Bis in die fünfte Runde hinein lieferte sich Fischer, der vom Triathlon kommt und in diesem Dreikampf im vergangenen Jahr noch in der Zweiten Bundesliga startete, ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Franzosen Philippe Babe.

Neben dem Gast aus Rouhling waren auch wieder mehrere Athleten aus Aubergenville angereist, die im Zehn-Kilometer-Lauf die Plätze sechs bis neun belegten und sich im Vier-Kilometer-Lauf die ersten beiden Ränge sicherten (dazu mehr am Donnerstag). Bei den Frauen gewann über zehn Kilometer Regina Blatz vom TV Salmünster in 42:54 Minuten.

Dadurch, dass sich viele der fast 600 vorangemeldeten Läufer doch nicht zum Start begaben, ließ sich der TV nicht die gute Laune verderben: Volker Hanisch moderierte am Marktplatz kenntnisreich, gegenüber der Metzgerei Schilling sorgte die Band „Macht Nix“ für Stimmung. Auf dem Marktplatz legten später auch DJ Robby und die Band „Rent A Hero“ mächtig los, im „Kronekeller“ sorgte DJ Wolf für gute Laune. Bei Temperaturen um die 35 Grad gab es am Nachmittag zudem die Premiere des Nordic Walkings beim Stadtlauf. Sieben Kilometer mussten dabei mit Stock und über Stein zurückgelegt werden.

Kommentare