Keine Deckelung bei 225

Dieburg ‐ Die Entscheidung darüber, ob die Eingangszahlen für die Alfred-Delp-Schule (ADS) im neuen Schulentwicklungsplan wie geplant bei 225 Schülern ab dem Schuljahr 2012/2013 gedeckelt werden, liegt nicht in ihren Händen. Trotzdem standen die Pläne des Landkreises jetzt auf der Agenda der Dieburger Stadtverordneten . CDU und FDP hatten einen Antrag gestellt, demzufolge der Bürgermeister beauftragt werden sollte, sich bei Schuldezernent Christel Fleischmann für einen Erhalt des Status quo an der ADS stark zu machen.  Von Laura Hombach

Die ADS nimmt zur Zeit im Durchnschnitt rund 280 Schüler pro Jahrgang auf und ist damit das größte Oberstufengymnasium in Südhessen. In die Bütt gingen zu diesem Tagesordnungspunkt passender Weise jene Fraktionsmitglieder, die auch einen Sitz im Kreistag haben.

Im Vorfeld eine Festlegung auf 225 Schüler zu treffen macht keinen Sinn“, erklärte Peter Christ (CDU). Schon rein rechnerisch ergebe sich eine höhere Jahrgangsstärke, wenn man die Zugänge aus den Verbundsschulen (Goetheschule Dieburg, Schule auf der Aue Münster und Albert-Schweitzer-Schule Groß-Zimmern) zusammenzähle. Von auf die Oberstufe wechselnden Realschülern und Schülern, die eine Klasse wiederholen müssen, ganz zu schweigen. Am Ende von Christs Rechenexempel stand eine Jahrgangsstärke von 310 bis 320 Schülern. Er forderte, der Festschreibung von Schülerzahlen realistische Berechnungen zugrunde zu legen. Die Deckelung habe auch eine qualitative Seite, so Christ: Sie führe zu einer Schwächung der schulischen Angebote an der ADS, weil man mit einer solchen Schülerzahl die Vielfalt an angebotenen (Leistungs-)Kursen nicht aufrecht erhalten könne.

Raummangel in der ADS

Eine These, der sich Barbara Roos (Grüne) nicht anschließen wollte. Es sei keine Frage der Quantität, die Schule lebe von der Qualität. Diese sei es aber schwer zu erhalten, wenn dafür nicht die nötigen Ressourcen vorhanden seien. Damit verwies Roos auf den derzeit an der ADS herrschenden Raummangel und die Auslagerung von Unterricht in Container.

Katharina Müller (SPD) argumentierte, die ADS hätte auch bei einer Kapazitätsbegrenzung viele Schüler. Sie stellte für ihre Fraktion den weitergehenden Antrag, dass sich der Magistrat für eine Kapazitätsbegrenzung von 260 Schüler in der Eingangsstufe stark machen solle. Den Schülern aus den Verbundsschulen soll die Aufnahme garantiert werden.

Bürgermeister sucht das Gespräch

Für eine völlige Aufhebung der Kapazitätsbegrenzung setzte sich indes die FDP ein. Einen entsprechenden Antrag zum Schulentwicklungsplan haben die Liberalen im Kreistag bereits gestellt. Man solle eine Schullandschaft entstehen lassen, in der sich die Schulen selbst behaupten, forderte Dr. Albrecht Achilles für die FDP. Der Antrag von CDU und FDP wurde von den Dieburger Parlamentariern schließlich mit 25 Stimmen angenommen, der SPD-Antrag mit 7:21 Stimmen abgelehnt.

Der Bürgermeister musste indes nicht lange gebeten werden, er versprach, gleich am nächsten Tag erneut das Gespräch mit dem Schuldezernenten zu suchen. Erneut, weil sich der Bürgermeister bereits im Vorfeld ebenfalls gegen die Begrenzung auf 225 Schüler ausgesprochen hatte. Was der Dieburger „Einspruch“ bringt, wird sich am 13. Dezember erweisen, dann wird der Kreistag über den Schulentwicklungsplan entscheiden.

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