Second-Hand-Laden des DRK

Keine Spur von Ramsch

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Kaufen, was andere aussortieren, das ist das Konzept des neu eröffneten Second-Hand-Ladens des DRK in Dieburg.

Dieburg - Rot, gelb, grün, rosa und wieder rot. Ordentlich gestapelt liegen die knallbunten T-Shirts im Regal. Darunter reihen sich Hausschuhe, Inline-Skates und Sandalen aneinander. Von Lena Marie Jörger

An der gegenüberliegenden Wand warten gleich mehrere gemusterte Tassen – vom vorigen Besitzer aussortiert – auf ein neues Zuhause in einem Küchenschrank.

Im neu eröffneten Second-Hand-Laden „Anziehpunkt“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Dieburg gibt es Kleidung und Haushaltswaren zum kleinen Preis. Wer größere Stücke wie Kinderwagen oder -betten loswerden möchte oder sucht, kann im „Anziehpunkt“ einen Aushang am schwarzen Brett machen. Sämtliche Erlöse kommen sozialen Projekten des DRK-Kreisverbandes in Dieburg zugute.

Von Ramsch ist im Laden aber keine Spur. „Wir verkaufen ausschließlich gut erhaltene Stücke“, betont Birgit Schrammel, Koordinatorin der DRK-Kleiderläden in Babenhausen, Reinheim und jetzt auch Dieburg.

Dort, im Keller des DRK-Gebäudes Am Altstädter See, gab es bislang nur die Kleiderkammer. Die musste nun aber geschlossen werden: „Die Brandlast war einfach zu groß“, erklärt Birgit Schrammel.

Mit den neuen Räumlichkeiten im Erdgeschoss ist sie mehr als zufrieden. „Hier ist es hell und freundlich, und wir haben sogar Umkleidekabinen, in denen Kunden die Kleidung gleich anprobieren können.“

Hängt eine Jacke, Bluse oder Hose nach drei Monaten aber immer noch im Laden, wird sie aus dem Sortiment genommen. „Wir schreiben extra ein Datum auf das Preisschild, und wenn wir sehen, dass es ein Teil nach gewisser Zeit noch nicht verkauft ist, geben wir es an einen der anderen beiden Läden weiter“, sagt Schrammel.

Ihre Kunden kennt sie ganz genau. „Da ist von der Familie mit Kind bis zum älteren Ehepaar alles dabei, hier kann wirklich jeder einkaufen.“

Dass auch Menschen mit relativ gutem Einkommen darunter sind, verwundert sie nicht. „Es gibt einige, die gezielt Gebrauchtes kaufen, weil sie sparen wollen.“ Bedürftige, die einen entsprechenden Nachweis vorlegen, erhalten auf die ohnehin günstige Ware einen Rabatt von 50 Prozent.

Beatrix Braun und Petra Friedrich stehen künftig im Laden und kümmern sich um den Verkauf. „Ich habe gern mit Menschen zu tun, das macht mir einfach Spaß“, begründet Friedrich ihre Entscheidung für den Job.

Unterstützt werden die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen von mehreren Ehrenamtlichen. Eine davon ist Mariola Dalberg. Die Einrichtungsberaterin kommt an ihrem freien Tag in den „Anziehpunkt“. „Ich wollte meine Zeit einfach sinnvoll nutzen und da ich lange in einer Boutique gearbeitet habe, lag diese Arbeit nahe“, sagt sie.

Birgit Schrammel ist froh über so viel Engagement: „Ohne unsere Ehrenamtlichen könnten wir das nicht stemmen.“

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