Keinesfalls allein oder zu zweit

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Beim Helfest wurde über Vergangenheit und Zukunft des Schlossgartenfestes diskutiert.

Dieburg - Nach dem Fest ist vor dem Fest. Auch wenn das Dieburger Schlossgartenfest 2011 vom 21. bis 25. Juli schon wieder recht nahe ist, war der Anlass für Umtrunk und Bratwurstgrillen am Spießfeld kürzlich doch das letztjährige Vergnügen. Von Jens Dörr

Rund 100 Personen aus den 2010 beteiligten Vereinen kamen zum Helferfest. Die Stadt hatte 500 Euro für die Bewirtung gesponsert, um damit einen kleinen Dank für den Einsatz hunderter Ehrenamtlicher auszudrücken, ohne die es das Fest letztes Jahr nicht in dieser Form gegeben hätte.

Sieben Dieburger Vereine hatten das Fest 2010 erstmals gemeinsam auf die Beine gestellt - und so wird es auch in diesem Jahr sein. „Auch jetzt arbeiten wir schon wieder sehr konstruktiv und kameradschaftlich zusammen“, lobte Wolfgang Dörr, dem die Koordination zwischen den Vereinen und der Stadt obliegt und der das Fest durch sein Engagement beim Karnevalverein aus dem Effeff kennt.

Jubiläum hat noch mal alle sieben aktiviert

Obwohl die Vereine mitunter nicht besonders zufrieden mit dem Gewinn aus dem Vorjahr waren - beim SC Hassia blieben nach Ausgaben, Abgaben an die Stadt und der prozentualen Verteilung nach einem bestimmten Schlüssel wenig mehr als 2 000 Euro hängen, beim Karnevalverein sogar nur 800 Euro -, sind bis auf die Freie Sängervereinigung alle aufs Neue dabei.

Die Sängerlust springt für die Freien in die Bresche, so dass es wieder sieben Beteiligte - plus die Stadt Dieburg - sind. Die anderen sechs Vereine sind der Karnevalverein, der Turnverein, der SC Hassia, der SV DJK Viktoria, der Kellersche Männergesangverein und die SG Grün-Gelb Dieburg.

Zum 50. Mal findet das Schlossgartenfest in diesem Jahr statt: „Das Jubiläum hat alle noch mal bewogen, mitzumachen“, glaubt Dörr. Er vermutet aber: „Die Siebener-Konstellation wird es nach diesem Jahr wohl nicht mehr geben.“

Frage nach der zukunft des Fetes

Womit die Frage erneut gestellt werden muss, wie die Zukunft des Fests aussehen könnte: Denn mehr und mehr Vereine, die es früher in einem festen Turnus alleine stemmte, sehen sich dazu nicht mehr in der Lage.

Zu ihnen gehört der SV DJK Viktoria, der 2012 dran wäre. Die Mitglieder indes folgten auf der jüngsten Jahreshauptversammlung dem Ansinnen des Vorstands und fällten die Entscheidung: Die DJK wird das Fest 2012 keinesfalls alleine ausrichten. „Auch in Zusammenarbeit mit nur einem weiteren Verein, also zu zweit, werden wir das nicht tun“, so Präsident Wolfgang Gondolf gegenüber dem DA. Er könne sich lediglich eine weitere Mitarbeit in der Siebener-Konstellation vorstellen - die Dörr wie geschildert wiederum kaum als Modell mit Perspektive ansieht.

Schwer, genügend Helfer für das Großereignis zu gewinnen

Der Grund der DJK für den Verzicht der alleinigen Ausrichtung ist ein altes Lied: Es ist schlicht schwer bis unmöglich, genügend Helfer für das Dieburger Großereignis zu gewinnen. 450 Helfereinheiten müssten an den meist vier Festtagen gestellt werden, erinnert Gondolf an die nackten, mächtigen Zahlen. Den Auf- und Abbau des Festzelts übernehmen die Vereine ohnehin schon seit Jahren nicht mehr selbst, stattdessen kommt eine Firma zum Einsatz.

Bevor über 2012 diskutiert werden dürfte, gilt es aber, das Heimatfest in diesem Jahr optimal zu bewältigen. Wegen des Jubiläums wird es bereits am Donnerstag, 21. Juli, in kleinem Rahmen losgehen - das Schlossgartenfest 2011 dauert also fünf Tage. Am Donnerstag sollen bereits Biergarten und Weinzelt eröffnet sein, für Unterhaltung soll eine mittelalterliche Vorführung sorgen, kündigt Dörr schon mal an. Am Freitag gehe es dann so richtig los. Das exakte Programm will er demnächst der Öffentlichkeit präsentieren. Am Helferfest machte er bereits Appetit, der Sonntag werde vom Programm her „herausragend“. 90 Prozent der Vorhaben stünden zum jetzigen Zeitpunkt fest. Ums Catering wird sich wieder das Unternehmen Zuspann kümmern.

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