Kerbmädchen gesucht und gefunden

Die Kerbburschen mit ihren Mädels kamen stilecht auf einem Traktor-Oldtimer im Steinweg an.

Dieburg - Wurden letztes Jahr noch gestandene Burschen gesucht, so stand diesmal die Wahl des zarten und holden Geschlechts auf dem Programm. Von Verena Scholze

Anlässlich der vierten „Stoawäjer Kerb“, die wie die letzten Jahren in Folge wieder von Birgit und Walter Kern organisiert und veranstaltet wurde, hatte man dieses Jahr die Wahl des Kerbmädchens ausgeschrieben.

Die Kerb in Dieburg war lange Zeit in Vergessenheit geraten, seit einigen Jahren hat sie im Steinweg wieder eine Heimat gefunden. Vor der „Stoawäjer Stubb“ und in der „Hofstubb“ hatten sich viele Besucher eingefunden, um gemeinsam zu feiern und einen stimmungsvollen und lustigen Abend zu genießen. Dicht gedrängt hatte man an Tisch und Bänken Platz genommen.

„Wir wollen ein gemütliches Miteinander und nicht so eine Kerb wie in Groß-Zimmern“, waren sich die Anwesenden einstimmig einig. „Freunde treffen ist für uns das Wichtigste und einen schönen Abend zusammen verbringen“, erklärte beispielsweise Karlheinz (56).

Kerbmädchen Gloria und Kerbvadder Alex. Foto: Scholze

Bevor man zum Höhepunkt des Abends, der Wahl des Kerbmädchens schritt, heizten die Musiker der „Bajazzer Old Stars“ mit flotter Musik den Gästen kräftig ein. Eindrucksvolle Klänge von Dixieland und Jazz hallten über die Besucher hinweg und die sechs Musiker versprühten mit ihrem Charme gute Laune. Zur Geselligkeit trugen auch die letztjährigen Kerbburschen bei, die mit einem geschmückten Traktor im Steinweg Einzug hielten. Unter großem Hallo begrüßte „Kerbvadder“ Axel Braun die Besucher und spendierte ein großes Fass Freibier, das er mit geübter Hand und ohne einen Tropfen zu verschütten, anzapfte.

Sein Festkomitee, das die Wahl des Kerbmädchens leiten sollte, bestand aus Till Neumann und Gunter Fries. Beide hatten sich einige Aufgaben überlegt, denen sich die sechs zur Wahl stehenden Kerbmädchen Britta, Bianca, Gloria, Gail, Beate und Jessica zunächst stellen mussten. „Vor allem ist die gute Laune wichtig und dass sie was mit der Kerb am Hut hat“, erklärte Neumann. So mussten die Mädels in der ersten Runde zunächst erklären, warum sie sich zur Wahl stellten. Eindeutiger Tenor aller Antworten war, das man sich in der der „Stoawäjer Stubb“ wie zu Hause fühle.

Keine Angst vor Waage

Die zweite Runde lief in einer Quizform, in der so knifflige Fragen wie „Wo hat die Dieburger Kerb ihren Ursprung?“ oder „Was ist der signifikante Unterschied zwischen der Dieburger und der Groß-Zimmerner Kerb?“ beantwortet werden mussten. Auch diese Runde meisterten alle Teilnehmerinnen mit Bravour und der Endrunde stand nichts im Wege.

Angesichts der Personenwaage, die zur letzten und entscheidenden Aufgabe gereicht wurde, trieb es den teilnehmenden Mädchen und Damen dann etwas die Blässe ins Gesicht. „Keine Angst“, beruhigte sie Jurymitglied Till Neumann lächelnd, „die ist nicht für euch.“ Im Gegenteil,: Das starke Geschlecht musste sich wiegen lassen. Die Aufgabe der Bewerberinnen bestand darin, das Gewicht von acht starken letztjährigen Kerbburschen so genau wie möglich zu schätzen. Und so staunte manche Teilnehmerin nicht schlecht, denn diese Burschen brachten insgesamt ein „Kampfgewicht“ von 725,5 Kilo auf die Waage. Da zeigte sich deutlich, welche der Damen den besten Blick hatte und Gloria Chiavon aus Dieburg lag mit ihrer Schätzung von 754 Kilogramm am nächsten. „Ich bin heute zum ersten Mal hier wollte garnicht mitmachen. Aber irgendjemand hat mir eine Startnummer in die Hand gedrückt und da habe ich gedacht, den Spaß lässt du dir nicht entgehen“, so Chiavon.

Zur Krönung als Kerbmädchen 2011 erhielt sie ein T-Shirt mit entsprechendem Aufdruck und wagte ein Tänzchen mit Kerbvadder Axel. Und auch dieses Jahr wird die Gewinnerin bei einem Fotoshooting mit Peter Haust abgelichtet. Ihr Konterfei wird ein professionelles Poster schmücken.

Für die Besucher endete der Sommerabend in vergnüglicher Stimmung. Heute klingt die Kerb mit einem Spätschoppen ab 16 Uhr aus.

Quelle: op-online.de

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