Bunter Kinderfastnachtsumzug

Kleine Narren, ganz groß

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Entflammt für die Fastnacht: 60 Kinder feierten als brennende Geburtstagskerzen beim Kinderumzug das Jubiläum der Marienschule. Neben Schulen beteiligten sich auch Kindergärten und Kitas am Straßenauftritt der Nachwuchsnarren.

Dieburg - Die Kinder der Stadt müssen alle brav gewesen sein: Kein Tröpfchen Regen goss gestern Nachmittag Wasser in die Fastnachts-Limo – bei annehmbaren Temperaturen und trockenen Fußes zogen 1500 kleine und große Teilnehmer des Kinderumzugs als fröhlich lärmender Lindwurm durch die Gassen. Von Lisa Hager

Wer die bunte Truppe sah, machte sich keine Sorgen um Dieburgs Fastnachtsnachwuchs: Das „Äla“ ging auch den Kleinsten schon locker über die Lippen. Wenn sich der Kinderumzug in Dieburg auf den Weg macht, hat das Ausmaße wie andernorts der eigentliche Fastnachtsumzug: 53 Nummern, darunter zehn Kapellen, bekamen Tausende von Zaungästen an den Straßen zu sehen.

Die mit Abstand größte Gruppe mit 250 Teilnehmer, die Gutenbergschule, hatte Löwen und andere wilde Tiere, Zauberer, Clowns und Akrobaten aufgeboten, um das Publikum zu beeindrucken, was umgehend gelang. Viel Fantasie haben die Schüler, Lehrer und Eltern bei den Kostümen zum Motto „Manege frei“ aufgeboten.

Kinder und Lehrer als entflammte Kerzen

Etwas zu feiern hat dieses Jahr die Marienschule: Kinder und Lehrer zogen daher als entflammte Kerzen, die sich um eine Geburtstagstorte gruppieren, durch die Straßen. Mit dem feurigen Auftritt machten die Schüler auf das Jubiläum „100 Jahre Mädchenschulhaus“ schon mal prima Werbung.

Die Kita St. Martin nahm auch aktuellen Bezug auf ein Ereignis, das in diesem Jahr ansteht: Als kleine Bauarbeiter mit Warnweste und Helm zeigten sie, dass es viel zu tun geben wird beim Neubau der Betreuungseinrichtung. Da kann man sicher auch die kleinen Maler gut brauchen, die ihre Palette praktischerweise gleich auf dem Kopf trugen.

Dem Klimawandel trotzen

Die Eisbären der Kita Ruhbäumchen trotzten stolz dem Klimawandel, während die Kleinen der Kita St. Josef als „hessische Kinderförderungskobolde“ unterwegs waren. Fremdartige Außerirdische („die von obbe“) der Kita St. Wolfgang wurden ebenso bestaunt wie das knackig junge Gemüse in Form von Möhren und Tomaten, das dem Garten der „Muggelburg“ entsprungen war.

Einen Trip ins „Abenteuerland“ konnte man mit der Kita Odenwaldstraße machen. Die Jugendabteilung der Athletiksportvereinigung zeigte mit einem von Peter Mai chauffierten Oldie-Traktor mit „DI - das Stärkste vun Dibborsch“ den Zuschauern, was die Ringer so an „Muckis“ drauf haben.

Neben den Kindern der Sängerlust zogen auch in den Nummern der Dieburger Fastnachtsgruppen viele Nachwuchsnarren mit. Da gab es die Meerjungfrauen der „Schelleklopper“, die mehrfach geklonten ABBA-Dancing-Queens der „Haxn-knacker“, die intergalaktischen „Schlabbedabber“ oder die ins Dschungelcamp verbannten „Noteschnuffler“ („Ich bin ein Narr, holt mich nit raus“).

Bilder vom Kinderfastnachtsumzug

Kinderfastnachtsumzug des Karnevalvereins

Besonders stolz natürlich die „Pitschedibbler“ und „Brunnebuzzer“, aus deren Reihen in dieser Kampagne das Kinderprinzenpaar stammt. Während die erstgenannten als leckere, breitschultrige „Äla-Suppentüten“ Appetit machten, verzauberten die zweitgenannten die Zuschauer als blaue Zauberer.

Damit die vielen Teilnehmer auch gut in Schritt und Tritt blieben, dafür sorgten die „Rhythmus-Gruppen“ wie der Musikverein St. Peter und Paul, der Fanfarenzug Dieburg, der Musikverein Münster und – traditionsgemäß –die katholische Kirchenmusik Klein-Zimmern.

Und dann kam Zugnummer 53: Der Jubel an den Straßen brandete noch einmal auf, als das Kinderprinzenpaar (Lukas Richter und Anne Bürger) hoch oben vom Wagen aus das närrische Volk begrüßte und zum Abschluss in einen willkommenen Bonbonregen tauchte.

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