St. Martin in der Bredouille

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Hat Probleme mit der Bauaufsicht: Die Kita St. Martin in der Pater-Delp-Straße.

Dieburg - Die Stadt Dieburg könnte vor neuen Investitionen in Millionenhöhe stehen: Der Kindertagesstätte St. Martin in der Pater-Delp-Straße droht der Entzug der Betriebserlaubnis. Die Kita, die von der Pfarrgemeinde St. Von Jens Dörr

Peter und Paul betrieben und von Christiane Bubach geleitet wird, entspricht in ihrem derzeitigen Bauten- und Nutzungsstand nicht mehr der ursprünglichen Genehmigung. Darauf wies die Bauaufsichtsbehörde Anfang des Jahres hin.

Am Montagabend diskutierte der Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur und Sport das Thema. Der Magistrat hatte vorab eine Beschlussempfehlung erarbeitet, die Stadt solle das 2 479 Quadratmeter große Grundstück in Erbpacht übernehmen und als Bauherr dort eine neue Kita errichten, wieder betrieben durch St. Peter und Paul. „Wir brauchen die Mithilfe der Kommune“, sagte Pfarrer Alexander Vogl im Ausschuss. Dabei geht es einerseits um dringende Baumaßnahmen, die erst einmal den Weiterbetrieb gewährleisten sollen.

Baumaßnahmen kosten rund 20.000 Euro

Sie wurden auf einen Betrag von rund 20.000 Euro taxiert, werden in diesen Wochen umgesetzt. Schnellstmöglich müssen besonders im Keller etwa Fluchtwege geschaffen werden. Manche Treppe, die für Kinder bis sechs Jahre super sei, stelle größere Erwachsenenfüße mit ihren zu kleinen Stufen vor Probleme, erläuterte Vogl. Die Treppe berge große Unfallgefahr. Und: „Es gibt keine Genehmigung für den Betrieb der Kita im Keller.“ Dort sei sie 30 Jahre lang im Prinzip illegal betrieben worden. Das Gebäude ist rund 50 Jahre alt, wurde einst gar nicht als Kita gebaut, diente bis 1980 als Notkapelle. Weitere Brandschutzmaßnahmen im Keller sind heute notwendig.

Andererseits geht es aber generell um eine zukunftsträchtige, räumlich besser aufgestellte Kita St. Martin. Das machten einige Beispiele deutlich, die Leiterin Bubach nannte – etwa die unbefriedigende Situation einer zu kleinen Garderobe. Deutlich hervor kam der Wunsch, Stadt und Parlament mögen ein neues Gebäude auf demselben Gelände befürworten. Die Kinder könnten so lange in Container ausweichen, so Bubach und Vogl.

Umbau oder Neubau?

Roland Resch (SPD) befürchtete, die derzeitigen Maßnahmen in Höhe von 20.000 Euro könnten sich bei einem Neubau als überflüssig herausstellen. Herbert Nebel (Grüne) merkte an, man könne besser urteilen, bekäme man die Verfügung der Bauaufsicht einmal selbst zu Gesicht. Klar war letztlich, dass das Thema zunächst weiter diskutiert werden muss und dabei auch den Bau- sowie den Haupt- und Finanzausschuss betreffen wird. Die Pfarrgemeinde und die rund 70 Kinder der Kita St. Martin müssen sich in punkto Neubauentscheidung noch gedulden.

Zu lange dauern darf das aber nicht, sollte am Ende tatsächlich ein Neubau stehen: Bürgermeister Dr. Werner Thomas wies darauf hin, dass man Fördermittel für das Projekt erhalten könnte, sofern es bis Ende 2013 abgeschlossen werde. Insgesamt 15.000 Euro Zuschuss gibt es pro geschaffenem U3-Platz. U3-Plätze würden allerdings nur einen kleinen Teil der Plätze in einer neuen Kita St. Martin ausmachen.

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