Kleine Narren als Äla-Stars

Kinderumzug mit knapp 2000 Akteuren läutet den Endspurt der Fastnacht ein

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Schöne Kostüme, gut gelaunte und stimmgewaltige Narren auf den Straßen – die Zutaten für einen prima Fastnachtsumzug. Am Sonntag hatten vor allem die Kinder ihren ganz großen Auftritt.

Dieburg - Dass den großen Narren das „Äla“ locker und laut über die Lippen kommt, ist klar. Dass die Kleinen aber nicht minder stimmgewaltig sein können, haben sie gestern wieder eindrucksvoll bewiesen, als sie ihren großen Auftritt beim Kinderumzug hatten. Von Stefan Scharkopf

Die heiße Phase der Fastnacht nähert sich mit Siebenmeilenstiefeln. Eingeläutet wurde der närrische Endspurt durch die vielen Mädels und Jungs, die mit Mama, Papa und ihren Freunden aus Kitas, Schulen und Fastnachtsgruppen unterwegs waren und unter den tausenden von Zuschauern am Straßenrand und auf dem Marktplatz gute Laune verbreiteten. Und das alles bei – gemessen an der Jahreszeit – durchaus angenehmen Temperaturen. Rund 1950 Teilnehmer in 50 angekündigten Nummern hatten sich vom Steinweg aus auf die Socken gemacht. Angeführt wurde die bunte Parade von Zugmarschall Thomas Lewis.

Keiner zu klein, ein großer Pirat zu sein.

Viele fantasievolle Kostüme waren zu sehen. So wechselten Steampunks (eine Spielart der Science-Fiction) mit ihrem typischen Retro-Look aus dem viktorianischen Zeitalter ab mit Freibeutern, Räubern, Clowns, Hippies und Co. Während die Integrative Kita Kindernest als „Sterne“ daherkam, gefolgt von ihren Altersgenossen aus der Kita Dreikäsehoch, die Ritter und Burgfräuleins zum Thema machten, erinnerte die Kita Muggelburg daran, wie gefährlich doch das Piratenleben ist. „Der Garten blüht, das Herz, das lacht, bei unsrer schönen Fassenacht“, lautete dagegen das Motto der Gutenbergschule. „Mit Musik sind wir dabei“, verkündete die Elterninitiative Gu-Ruh-Brothers, ähnlich hieß es bei der Piratenschar der Kita Ruhbäumchen.

Im vergangenen Jahr war Dieburg gebeutelt durch eine ganze Reihe von Baumaßnahmen. Ein Zustand, der bis dato anhält – und ein gefundenes Fressen ist für die Narrenschar der Kita Odenwaldstraße: Gespickt mit Umleitungs-, Kreisverkehrs-, Einbahnstraßen- und anderen Richtungsanzeigern machten Groß und Klein die Misere zu ihrem Thema: „Verkehrschaos, Baustellen – es geht kaum wilder. Wir helfen beim Aufbau als wandelnde Schilder.“ Unterstützung bei ihrer Arbeit könnten sie dabei von der Kita St. Josef bekommen, die als „fleißige Handwerker“ daherkam. „Dieses Jahr sind wir alle wild, kommt her und nacht euch selbst ein Bild, heißt es bei der Kita St. Martin. Ein Art Gegenpol zu den Wilden bildetete da die „Fastnachts-Polizei“ der Kita St. Wolfgang. Gut bestückt mit Akteuren war einmal mehr auch die Marienschule, die die Unterwasserwelt für sich entdeckt hatte.

Galerie zum Kinderumzug in Dieburg

So feierten die Dieburger Nachwuchsnarren mit Schwung und viel jugendlichem Elan ihren „kleinen Umzug“, der so klein ja gar nicht ist. Unterstützt wurden sie dabei von etlichen Fastnachtsgruppen und Musikcorps, die für wohl gesetzte Töne entlang des närrischen Lindwurms sorgten. Über allem thronte gut gelaunt das Kinderprinzenpaar Lilli-Sophie I. (Lilli-Sophie Ries) und Ben I. (Bern Hertkorn). Hoch oben vom Wagen aus begrüßten die Regenten das närrische Volk und ließen zum Abschluss Bonbons auf ihre „Untertanen“ regnen.

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