Kinofilm aus dem Hörsaal-Hollywood

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Talent im Team: Die Produzenten Enkelejd Lluca (Drehbuch/Regie) und Dennis Mill (Kamera/Licht) im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses aus „Frankfurt Coincidences“. Der Drehort war in Waldaschaff bei Aschaffenburg.

Einen Film drehen, der dann im Kino läuft, davon träumt so mancher. Für zwei Studenten vom Campus Dieburg ging dieser Traum jetzt in Erfüllung. Von Mareike Palmy

Mit ihrem Abschlussfilm „Frankfurt Coincidences“ überzeugten die jungen Filmemacher Enkelejd Lluca und Dennis Mill nicht nur ihren Professor, sondern sogar das Publikum beim Münchner Filmfest. 23,1 Prozent der Stimmen erhielt der Spielfilm beim 29. Filmfest in der Isarstadt. In der Reihe „Neue deutsche Kinofilme“ räumte das Werk der Dieburger Studenten bei den Zuschauern voll ab. Die 80-minütige Geschichte von Najila, Abdullah, Ana, Aidu und Udo Schmitz, die alle im gleichen Altbauhaus in einem Frankfurter Viertel leben und deren Wege sich zufällig kreuzen, gewann den Publikumspreis ganz eindeutig vor zehn anderen Streifen.

Zusätzlich wurde „Frankfurt Coincidences“ für den, im Rahmen des Filmfests verliehenen „Förderpreis Deutscher Film“ in gleich fünf Kategorien nominiert.

Ein Hammer für die Studenten, schließlich ist der Förderpreis der begehrteste und renommierteste der Nachwuchsfilmpreise. Für aufstrebende Talente ist dies das beste Sprungbrett in die Karriere.

Auch der Gang über den roten Teppich war eine Premiere für beide: „Wir hatten feuchte Hände und waren einfach nur glücklich überhaupt dabei zu sein“, sagt Kameramann Dennis Mill über den Abend in München.

Vor allem Ideengeber Enkelejd Lluca platzte fast vor Stolz: „Das ist eine riesige Ehre für uns, schließlich sind wir noch Studenten und hatten bisher keinen Einstieg in die Filmbranche“, sagt der Frankfurter Regisseur und Drehbuchautor über den großen Erfolg seines ersten Spielfilms.

Realisiert und produziert hat er ihn mit Uni-Kollege und Kameramann Dennis Mill als Abschlussarbeit für den Studiengang „Digital Media“ am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt. „Zwei Jahre hat die Produktion gedauert. Es war unsere erste Zusammenarbeit, aber die hat von Anfang an prima geklappt“, sagt Kameramann Mill, der bereits sechs Jahre Erfahrung in der Film- und Fernsehproduktion hat.

Rausgekommen ist dabei nicht irgendein Studenten-Streifen, sondern ein aufwendiger Kinofilm mit ausdrucksstarken Bildern und professionellen Schauspielern, der von Menschen, die nach Heimat, Familie und Zugehörigkeit suchen, erzählt. Der Streifen handelt von Erik, der sich in Najila verliebt, von Udo Schmitz, der kurz vor der Abschiebung in ein Altersheim steht und von Immigrant Aidu, der um seine Aufenthaltserlaubnis kämpft. Keine seichten Themen also.

„Ich freue mich total. Wir haben absolut nicht damit gerechnet, dass solch eine kleine Produktion so viel Publikum findet“, sagt der erst 25-jährige Regisseur.

Die kleine Produktion hat am Ende trotzdem 10 000 Euro Produktionskosten verschlungen. Finanzierbar war das nur durch eisernes Sparen, die Unterstützung der Hessischen Filmförderung und vielen Sponsoren.

Gedreht wurde mit einem Team von rund 30 Leuten in Frankfurt, Aschaffenburg und Darmstadt. An nur 21 Drehtagen entstand so der Low Budget-Independent-Episodenfilm, der sich vor teuren Produktionen nicht verstecken muss und der aus Hochschul-Absolventen die Hoffnungsträger für den neuen deutschen Film macht.

Quelle: op-online.de

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