Kirche und Besitzer einigen sich

Happy End für Altstadt-Kiosk

+
Simone (links) und Silvia Hermann freuen sich über ein Happy End für ihr Altstadt-Kiosk.

Dieburg - Große Freude bei allen Kunden des Dieburger Altstadt-Kiosks neben der Gnadenkapelle (Wallfahrtskirche) und vor allem bei dessen Besitzerinnen Silvia und Simone Hermann: Das kultige Stück Dieburg bleibt für einige weitere Jahre erhalten.

Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Silvia Hermann, ihrer Tochter Simone und Pfarrer Alexander Vogl. In Kürze kann so nun zudem eine Entkernung und umfassende Sanierung der Immobilie stattfinden.

„Es ist echt alles ziemlich positiv verlaufen“, freut sich Simone Hermann. „Meine Mutter war ja fest davon überzeugt, dass der Kiosk geschlossen und abgerissen werden muss.“ Das hätte beide, wie berichtet, in finanzielle Schwierigkeiten gebracht – Simone Hermann ist alleinerziehend und hat ein schwerbehindertes Kind, Silvia Hermanns Mann ist schwerkrank, die Pachteinnahmen sollten beide als Altersvorsorge dienen. Der 65 Jahre alte Kiosk ist zudem das Lebenswerk der verstorbenen Martha Sehnert, Mutter von Silvia Hermann.

Der Kiosk darf nun auf dem Gelände der katholischen Pfarrgemeinde stehenbleiben. Pfarrer Vogl ging es darum, dass der Kiosk nur noch zeitlich begrenzt existiert. „Uns geht es auch ums Jetzt, nicht um die nächsten 20, 30 Jahre“, schildert Simone Hermann, wie es zum Kompromiss kam. Man könne sich mit einer begrenzten Restlaufzeit anfreunden.

In Kürze größere Investitionen

Deren Größenordnung werde noch verhandelt und dann auch schriftlich festgehalten. Die Hermanns hoffen auf zehn Jahre, Vogl hatte im jüngsten Gespräch eine kürzere Zeit angeboten. Dieser Punkt ist für die Hermanns auch deshalb von großer Bedeutung, da in Kürze – natürlich nur jetzt, da die weitere Existenz zugesagt ist – größere Investitionen in den Altstadt-Kiosk getätigt werden sollen. Er müsse entkernt und grundlegend saniert werden, Boden, Anstrich und neue Ausstattung inklusive, auch Arbeiten am Dach. Es werde dabei voraussichtlich um etwa 20 000 Euro gehen, die man aber eben nicht mal schnell aus der Portokasse bezahle, so Simone Hermann.

Andererseits seien die Arbeiten an der Immobilie notwendig, um attraktiv für entsprechende neue Pächter zu sein. Der jetzige Pächter wird den Kiosk nur noch bis Ende Juni betreiben. „Wir hoffen, dass der Kiosk wegen der Bauarbeiten maximal vier Wochen zu sein wird.“ Gespräche über den Wandel liefen auch bereits mit Brauerei und Lottegesellschaft. Sogar über die Abrisskosten in einigen Jahren scheint sich schon jetzt eine Einigung abzuzeichnen. Die Hermanns wollen diese Kosten nicht tragen, Vogl hat auch hier ein Einlenken signalisiert.

Das Happy End und das erfolgreiche Zugehen aufeinander könnte mitunter schon an der diesjährigen Wallfahrt im September für jeden sichtbar sein: Statt Bier an „Zuschauer“ der Prozession solle der neue Pächter dann in Absprache mit der Kirchengemeinde eventuell sogar Lichter verkaufen.

jd

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare