Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt kompletten Neubau in Modulbauweise

Für Kita St. Martin ein Ei gelegt

Die Kinder der Kita St. Martin genießen den Aufenthalt im Freien bei Wintersonnenschein und einem Hauch von Schnee. Foto: Hager

Von Lisa Hager.

Dieburg - „Es muss jetzt mal ein Ei gelegt werden“, merkte Bürgermeister Dr. Werner Thomas ungehalten werdend an: Die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss über Sanierung oder Neubau des katholischen Kindergartens St. Martin mit 75 Plätzen in der Pater-Delp-Straße schien wieder einmal auszuufern. Zuerst hatte es den Anschein, als ob die Stadtverordneten auch nach mehreren Diskussionsrunden nicht zu Potte kommen sollten. Am Schluss stand aber doch eine Empfehlung für die nächste Sitzung Stadtverordnetenversammlung am 1. März: Der Ausschuss gibt der Variante, nach der der Kindergarten komplett neu in Modulbauweise errichtet werden soll, den Vorzug. Zwei neue U-3-Räume werden angegliedert. Damit wurde den anderen Varianten, die von einer Sanierung des Bestandes mit Anbau ausgegangen waren, eine Absage erteilt. Und das obwohl erst vor kurzem ein erfahrene Sanierer, der Architekt Hans Hix aus Groß-Zimmern, den Stadtverordneten versichert hatte, dass die alte Bausubstanz so schlecht nicht sei und sehr gut nach einer Entkernung als Rohbau wiederverwendet werden könnte. Diese Variante hatte auch die Verwaltung empfohlen.

„Bei einem Umbau kommen aber immer unvorhergesehene Dinge zutage“, warnte unter anderem Herbert Nebel (Grüne) vor dieser Variante. Auch der Zuschlag für den Architekten sei bei einem Umbau höher, sagte er und mit unüberhörbarer Inronie: „Wir haben ja bei der Römerhalle die besten Erfahrungen gemacht, was Architektenhonorare angeht.“

Die drei Varianten unterscheiden sich in den Kosten nicht wesentlich. Der Neubau in Modulbauweise wird um die zwei Millionen Euro kosten. Ferdinand Böhm (SPD) kritisierte, dass man mit den Kosten weit über dem liege, was in den Haushalt für die Kita eingestellt worden sei.

Die Ausschussmitglieder folgten schließlich dem von Andreas Will (Grüne) eingebrachten Antrag, die Modulbauweise umzusetzen. Das sei sicher auch wegen der Wärmedämmung günstiger, meinte Will, der selbst Baufachmann ist. Die CDU hatte schnell deutlich gemacht, dass auch für sie nur ein Neubau in Frage käme, um das Risiko der „Altbau-Überraschungen“ auszuschließen.

Zugleich soll zur nächsten Stadtverordnetensitzung ein unterzeichnungsreifer Vertrag vorgelegt werden, in dem die Eigentümsverhältnisse zwischen katholischer Kirche und Stadt geregelt werden. Die Mehrheit möchte, dass die Stadt das kirchliche Grundstück in Erbpacht übernimmt. Dabei soll das von der Stadt bezahlte Gebäude ihr Eigentum bleiben.

Die Verwaltung hatte eine Lösung favorisiert, in der die Kirche als Bauherr auftritt und zum Eigentümer des Gebäudes wird.Vorteil: Die Kirche kann bei Ausschreibungen freier verhandeln als die öffentliche Hand. Das hätte Kosten sparen können.

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