„Ich möchte keine Sekunde missen“

Klaus Becker reicht Amt des KVD-Hofmarschalls weiter

+
Im Juni 2016 trat Klaus Becker (links, hier mit KVD-Präsident Friedel Enders) noch einmal als Sänger der „Äla-Fetzer“ beim Jubiläumsfest der Prinzengarde auf. Nicht nur in dieser Musikgruppe tritt Becker nun in die zweite Reihe, auch sein Amt als Hofmarschall hat er weitergereicht.

Dieburg - Näher als er kommt gerade an den tollen Tagen keiner ran ans Prinzenpaar: 22 Jahre lang begleitete Klaus Becker für den Karnevalverein Dieburg (KVD) die Tollitäten besonders in der Zeit zwischen der Proklamation am Sonntag und dem Kampagnenabschluss am Dienstag. Von Jens Dörr

Auch darüber hinaus sind die KVD-Hofmarschälle, zu denen neben Becker auch Hans-Friedrich Busch und Bernd Wolfenstädter gehören, bei Auftritten von Prinz und Prinzessin fast immer an deren Seite. Nach mehr als zwei Jahrzehnten reicht Becker sein Amt an Gerald Grohe weiter. Grohe gehört damit nun auch dem siebenköpfigen Prinzenkomitee an, dem die Aufgabe zuteil wird, Prinz und Prinzessin auszuwählen, etwa drei Wochen vor Fastnacht zusammenzuführen – und bis dahin vor allem dichtzuhalten. Als Hofmarschall schrieb Becker für die Tollitäten auch Reden und begleitete sie, wann immer es ihm möglich war.

Für seine Entscheidung, das Amt abzugeben, nennt Becker familiäre Gründe. „Ich werde selbstverständlich Fastnachter bleiben“, betont er und führt aus, in welchen Bereichen Dieburgs Narretei auch fortan auf ihn bauen kann. So bringe er sich ebenso weiter bei der Verteilung der Fastnachtszeitung ein wie als Helfer beim Aufbau vor Veranstaltungen im Zeughaus. Auch bei den „Äla-Fetzern“ wird Becker nicht verschwinden, wenngleich künftig nicht mehr als Frontmann die Bühne entern. Der „Oberfetzer“ bleibt im Hintergrund für die Spaßmacher tätig, die vor allem das traditionelle Dieburger Äla-Liedgut am Leben halten: „Da bin ich immer noch dabei, werde auch die Potpourris schreiben.“ Als Sänger ersetzt ihn Thorsten Setzer, der bereits erste Auftrittserfahrung mit den „Äla-Fetzern“ gesammelt hat. KVD-Mitglied ist Klaus Becker seit 50 Jahren – obwohl er kein gebürtiger Dieburger ist, sondern aus Groß-Bieberau stammt – 1954 zogen seine Eltern nach Dieburg.

Aus der Fastnacht ist er nicht wegzudenken – nicht nur wegen seiner Aktivitäten als Hofmarschall und bei den „Äla-Fetzern“. Bei den Sitzungen wirkte Klaus ebenso wie seine Brüder Burkhard und Wieland Becker durch oft aufsehenerregende Auftritte mit und wurde das, was man sich selbst mit Abermillionen nicht kaufen kann: An der Seite von Heike Kokott (heute Kern) wurde er Fastnachtsprinz. Gegenüber späteren Tollitäten vermochte der Narr durch und durch entsprechend aus dem Nähkästchen zu plaudern. „Mir hat jedes Jahr Spaß gegeben“, sagt Becker. „Ich möchte keine Sekunde missen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare