Mit fast 400 Mitfahrern zugunsten krebskranker Kinder Teilnehmerrekord erzielt

„Kleine Tour“ immer größer

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Bei strahlendem Sonnenschein machten sich gestern Morgen knapp 400 Radler auf den Weg: Die „Kleine Tour der Hoffnung“ wurde am Dieburger Marktplatz gestartet. Ziel war das Trapezteichfest am Nachmittag.

Dieburg - Kurz nach 9 Uhr ist der Dieburger Markplatz bereits gut gefüllt. „Das dürfte diesmal auf einen Teilnehmer- und Spendenrekord hinauslaufen“, ist sich Helmut Schelter, neben Silke Klotz Organisator der Tour, sicher. Von Michael Just

Was auffällt, ist die große Zahl an Rennradfahrern, die unter anderem aus der Triathlon-Abteilung des TV Groß-Zimmern kommen. Sie sorgen mit vielen anderen in Profi-Kluft dafür, dass die größte Zahl der Anmeldungen für die 100-Kilometer-Strecke vorliegt.

Impressionen von der „Kleinen Tour“

„Kleine“ Tour der Hoffnung

Aus Eppertshausen sind Norbert Anton und Wolfgang Dotterweich gekommen. „Wir fahren die 120 Kilometer“, sagen sie und haben dabei die An- und Rückfahrt in die Nachbargemeinde gleich mit eingerechnet. Beide haben schon eine Alpenüberquerung zur italienischen Partnerstadt Eppertshausens, nach Codigoro, auf dem Buckel. „Er schläft eigentlich auf dem Rad“, deutet Anton lachend auf seinen Kumpel. Auch dieses Jahr geht es für Dotterweich erneut über die Alpen. Mit dem Mountainbike führt der weg von Oberstdorf zum Lago Maggiore.

Die Frage, warum er jetzt in Dieburg mitfahre, hat Anton schnell beantwortet: „Zum anderen tut man was für die gute Sache und zum anderen für die Figur.“Wie er ergänzt, hat er selbst einen behinderten Neffen. „Dann ist man umso engagierter“, so der Eppertshäuser OWK-Vorsitzende. Man könne es nicht hoch genug schätzen, wenn man selbst gesunde Kinder und Enkel habe: „Für jeden, der sich noch bewegen kann, müsste das hier fast eine Pflichtveranstaltung sein“, sagt er bestimmt.

Bis kurz vorm Start schrieben sich die Radler ein.

Bewegen wollen sich auch drei Familien aus Spachbrücken. Wer glaubt, dass sie sich auf die kleine 30-Kilometer-Runde machen, der irrt: „Wir sind doch kleine Schlaffis“, lacht Sohnemann Luca. Er ist alles andere als ein bequemer Zeitgenosse: „Manchmal fahre ich sogar mit dem Fahrrad nach Roßdorf in die Schule. Der Ranzen hat dabei ein schönes Gewicht.“

Für die Tour gibt Vater Volker Berg eine gemütliche Fahrweise aus. Die Stärkung hat er ebenfalls nicht vergessen: „Ich habe ein paar süße Riegel dabei, die geben Power.“

Bei den Promis freut man sich besonders auf die Tour. Ellen Wessinghage sitzt auf einem älteren Rennrad, was aber trotzdem einen professionellen Eindruck macht. „Das habe ich schon etwas länger, trotzdem ist es eins von den besseren Rädern. Ich muss ja die Berge hochkommen“, sagt sie. Erworben hat sie es von Karl-Heinz Kunde. „Der hat mal eine Etappe bei der Tour de France gewonnen. Das ist der Jahrgang von Rudi Altig“, erklärt Wessinghage. Das Fahrrad hat sie von Klaus-Peter Thaler, ebenfalls einem ehemaligen deutschen Radprofi, für das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring vermittelt bekommen. Auch hier startet sie für die Tour der Hoffnung. Ob sie für Dieburg speziell trainiert hat, verneint die ehemalige Leichtathletin. Im Frühjahr steige man ohnehin hin und wieder auf das Rad, zudem sei sie schon bei einer anderen Veranstaltung in Eschborn gestartet. Die 100-Kilometer-Runde sieht sie als Pflicht: „Wenn's aufs Rad geht, muss sich die Sache auch lohnen“,sagt die Ingelheimerin.

Gelohnt hat sich die Dieburger Tour der Hoffnung auf jeden Fall wieder. Auch wenn der Gesamterlös des gestrigen Tages zu Redaktionsschluss noch nicht genau feststand, wurde mit fast 400 Startern ein neuer Teilnehmerrekord (270 im letzten Jahr) aufgestellt. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning hatte dazu die passenden Worte: „Den Begriff ,Kleine Tour‘ müssen wir bald streichen. Die wird immer größer, so dass wir bald einen neuen Namen brauchen.“

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