Belastungsprobe bestanden

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Mächtig was los war schon kurz nach der offiziellen Abnahme auf dem neuen Klettergerüst der Marienschule.

Dieburg - Pünktlich mit dem Schulgong stürmt die Masse auf den Schulhof. Das Ziel ist dabei klar: Das neue Spielgerät muss getestet werden. Von Jenny Bieniek

Seit dem Ende der Osterferien hatte das neue Klettermodul mit Kletterwand und Hangelbahn abgesperrt auf dem Schulhof der Marienschule gestanden. Ganz schön gemein, könnte man denken. Schließlich ist „Nur gucken, nicht anfassen“ gerade für Kinder eine Regelung, die nur schwer zu akzeptieren ist. „Das ist nicht gemein, sondern sicherheitsrelevant“, betont Schulleiter Lothar Oberle, der mit den Experten kur zuvor die Abnahme abgeschlossen hat. Nun aber tummeln sich bereits zig Schüler auf, um und unter dem Gerüst und testen es auf Herz und Nieren.

Annette Wreesmann, die als Landschaftsarchitektin für die Planung mitverantwortlich zeichnete sowie Johannes Winkler, dessen Firma die Bodenarbeiten vornahm, beobachten die Meute bei der Eroberung des Kletterturms. „Tja, das ist natürlich gleich eine gute Belastungsprobe“, schmunzelt Winkler.

Auch Petra Lachner-Zürcher, bis vor wenigen Tagen noch Vorsitzende des Fördervereins, ist sichtlich zufrieden mit ihrem Werk. „Der Förderverein ist seit vier Jahren am Ruder. Im Zuge der Planung zur Schulhofneugestaltung haben wir eine Schülerbefragung durchgeführt und der Wunsch der Kinder war eindeutig: Ein neues Klettergerüst und eine Schaukelwippe sollten her. Und ein neues Fussballtor“, erzählt sie. „Das neue Klettergerüst ist nur eines von drei Modulen der Gesamtplanung“, erklärt Lachner-Zürcher, für die Zukunft seien daneben noch ein Entdeckungspfad und Grünflächen am Zaun geplant. „Aber alles auf einmal war finanziell schlichtweg nicht zu stemmen.“

Förderverein investiert rund 20.000 Euro

Rund 20.000 Euro hat sich der Förderverein die Anschaffung kosten lassen. Vor allem die Einnahmen aus dem Sponsorenlauf 2011, bei dem Dank großer Beteiligung allein 7 000 Euro zusammen kamen, sowie Spenden der HSE, Sparkasse Dieburg und der Fraport-AG legten den Grundstock für die Projektfinanzierung. Kleinere Aktivitäten des Fördervereins wie der Fastnachtsbasar, das Sommerkonzert und ein Bücherflohmarkt brachten zusätzliche Einnahmen. „Jetzt ist die Kasse wieder so gut wie leer“, erzählt Lachner-Zürcher, „aber einen kleinen Grundstock haben wir für den neuen Vorstand übrig gelassen.“

Die Feuerprobe hat das Stahlgerüst bestanden: „Das Teil ist saucool, es gibt so viele Möglichkeiten zum Klettern“, findet Viertklässler Len. „Und schön hoch ist es!“, pflichtet ihm der zehnjährige Dario bei. Die kleine Ava hat sich davon noch nicht überzeugen können. Ein wenig verunsichert wartet sie darauf, dass der erste Ansturm nachlässt.

„Das Projekt hat sich letztlich als größer herausgestellt, als zu Beginn abzusehen war - sowohl planerisch als auch finanziell“, so Schulleiter Oberle, denn das Klettermodul sei eigentlich schon für vergangenes Jahr vorgesehen gewesen. Doch unvorhergesehene Mehrkosten brachten Verzögerungen mit sich: „Die Erdarbeiten, die eigentlich vom städtischen Bauhof durchgeführt werden sollten, wurden vom Parlament nicht genehmigt, auch die Kosten für die benötigten Fallschutzplatten waren gestiegen, weshalb letztlich alles teurer wurde, als gedacht.“

Quelle: op-online.de

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