Traditionelle Kapuziner-Kerb / Mit neuen Angeboten Kontakt zu Jüngeren finden

Das Kloster gehört zu Dieburg

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Die Verbundenheit der Dieburger mit „ihren“ Kapuzinern wurde am Wochenende bei der traditionellen Kerb im Klostergarten wieder einmal deutlich.

Dieburg (mj) ‐   Manche Dinge im Leben werden zu einem Selbstläufer, wie es bei der „Kapuziner-Kerb“ der Fall ist. In diesem Jahr luden die Mönche des Kapuziner-Klosters bereits zum achten Mal zu einer geselligen Runde hinter die dicken Klostermauern im Minnefeld ein.

Die Resonanz konnte sich am Sonntag sehen lassen: „Seit der Messe heute morgen ist es hier richtig voll“, freute sich Bruder Wolfgang und nahm die lebhaften Runden im Klostergarten als Beweis für die enge Verbundenheit der Dieburger mit ihren Mönchen. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Männer in den braunen Kutten wie immer von der Kolping-Familie, ohne deren Anpacken dieses Fest nicht möglich wäre. Ihre Helfer bauten die Zelte auf, organisierten den Grill oder verrichteten die Dienste hinter der Theke. Eine weitere Frauengruppe organisierte Kaffee und Kuchen. So hatten die Kapuziner den Rücken frei und konnten sich um ihre Gäste kümmern. Die kamen reichlich und freuten sich nicht zuletzt ob der einladenden Preise, denn einen Kaffee für 50 Cent oder ein Stück Kuchen für einen Euro dürfte sich woanders kaum noch finden lassen.

„Hier geht es nicht ums Geld, sondern ums Erzählen und die Begegnung“, hebt Bruder Wolfgang heraus. Er weiß auch um die Geschichte, mit der das Fest einst seinen Anfang nahm. „Die Kerb war beim ersten Mal eigentlich ein Mauerfest“, berichtet er und deutet auf ein lang gezogenes Mauerwerk im Garten, das die Kolpingfamilie baute. Da hier besonders viel Mühe drin steckte wurde der Abschluss der Arbeiten mit einem Fest begangen. „Dieses könnte man eigentlich beibehalten“, waren sich Helfer und Hausherren bald einig. Nur der Name „Mauerfest“ passte für die Zukunft nicht so recht, weil es ja nicht jedes Jahr eine neues Ziegelwerk zu feiern galt. Da eignete sich der Begriff „Kerb“ und damit Kirchweih schon besser besser, so dass die Entscheidung fiel, dem Fest diesen Namen zu geben. Die außerordentliche Entwicklung der Kapuziner-Kerb in den letzten acht Jahren beweist ein Gerücht, das am Sonntag die Runde machte: Demnach soll das Fest im nächsten Jahr vielleicht ausgebaut und mit Live-Musik versehen werden. „Ein Oldie-Abend bei dem getanzt wird - warum nicht?“, sagt Bruder Wolfgang erwartungsfroh und für Neues aufgeschlossen. Den Plänen gewinnt er vor allem etwas Praktisches ab: „Im Kloster gehen kaum junge Leute ein und aus. Von Kindern oder Jugendlichen wird hier nichts mitgestaltet, so dass es für sie bislang auch keine Identifikationsmöglichkeiten gibt.“ So liege es an den Bewohnern selbst, junge Menschen ins Kloster zu holen und einen Brückenschlag beziehungsweise eine Bindung nach Außen aufzubauen. Wie der Pater weiß, eignet sich dafür die Sprache der Musik besonders gut.

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