„Knallkopp“ steht seit 22 Jahren auf der Bühne

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Seit 22 Jahren auf der KVD-Bühne: Bernd Schneider, gerade 40 geworden.

Dieburg (jd) ‐ Dieser Herr kann über seine tänzerischen Fähigkeiten selber schmunzeln: „Ich bin eher ein Mann des Wortes“, gibt Bernd Schneider offen und ehrlich zu. Genau das demonstriert der gebürtige Semder seit inzwischen 22 Jahren auf der KVD-Bühne.

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Das letzte Jahr in der „Ludwigshall“ war damals sein zweites närrisches Jubiläum nach der Elf. Schon Bernd Schneider Senior und Großvater Adam Schneider standen früher in Semd und Dieburg in der Bütt. „Da hieß es: Das kann der Buh auch“, blickt Schneider Junior zurück. Gerade 40 geworden, gibt der Banker in diesem Jahr den „Eingeborenen von Trizonesien“ und teilt sich die Nummer mit Christel Ludwig und Thorsten Setzer. Sein Vater und auch Gunter Fries waren weitere Narrhallesen, mit denen Bernd Schneider bereits die weltbedeutenden Bretter erklomm. „Meine Texte sind immer Eigenarbeit“, stellt er heraus. Und betont im gleichen Atemzug die Wichtigkeit des närrischen Teamworks: „Ich muss unbedingt das Schmink-Team um Elsbeth Stelzig loben. Was die immer noch aus meinem Gesicht herausholen…“

So ist Bernd Schneider eben, nimmt sich gerne auch selber auf den Arm. Sein - ganz geringes - Übergewicht nimmt er in spaßigen Erzählungen ungerührt aufs Korn: „Ich bin mal als Briefträger verkleidet mit einem gelben Postfahrrad auf die Bühne gefahren. Die Zuschauer vorne hatten Angst, dass ich die Kurve nicht kriege.“

„In den letzten zwei Minuten ist der Text weg“

Heiratsanträge dürfte es gehagelt haben, als Schneider in einem seiner Bühnenjahre (von denen er zuletzt 18 am Stück absolvierte) als Fleischereifachverkäuferin mit roter Perücke und Lidschatten auftrat. „Fleischwurst-Barbie“ nennt er sich in solchen Fällen selbstironisch.

Auch das ehemalige „Café Schneider“ am Marienplatz, mit dem ihn viele in Verbindung bringen, nahm der 40-Jährige einst auf die Schippe: „13 Bohnen, 14 Tassen“, lautete einer der Gags. Ein echter Knallkopp, könnte man da sagen - und würde Schneider nicht einmal beleidigen: Schließlich ist er in der Fastnachtsgruppe „Knallköpp“ aktiv und läuft mit ihr bei den Umzügen mit.

Trotz aller Routine kann es Bernd Schneider durchaus mal passieren, dass sich Nervosität kurz vor einem Auftritt breit macht: „In den letzten zwei Minuten hinter der Bühne ist der Text einfach weg.“ Umso sympathischer, wenn ein erfahrender Recke wie er das zugibt. Und wenn der „Mann des Wortes“ auf der Bühne steht, hat er den Text auch wieder parat.

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