Kommentar: Fürsorge erste Pflicht

Die Lage ist verworren: Die Intensiv-Ärzte, die mit ihrer kollektiven Kündigung für Furore gesorgt haben, wollen die Missstände, die sie der Krankenhausleitung anlasten, aus Furcht vor rechtlichen Konsequenzen nicht näher benennen. Von Laura Hombach

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„Mit Gewissen nicht zu vereinbaren“

Die Krankenhausleitung indes erklärt, sich die Vorwürfe nicht erklären zu können. Eine Stellungnahme zu konkreten Vorwürfen entfällt, weil wenig Konkretes auf dem Tisch liegt. Aussage steht gegen Aussage. Den Außenstehenden bleibt nur das Rätseln darüber, was an „ihrem“ Rochus denn nun tatsächlich los ist.

Klar und deutlich ist im Moment wohl nur eins: Die Geschichte, die inzwischen auch Blicke von außerhalb nach Dieburg gelenkt hat, tut dem Renommee des Dieburger Krankenhauses nicht gut. Zugleich verunsichert es die potenziellen Patienten und Kooperationspartner des Krankenhauses.

Zu den Beteiligten, die mehr Einblick in und vor allem Einfluss auf die Situation haben, gehören die Verantwortlichen beim Bistum Mainz. An ihnen ist es nun, die Vorgänge am St. Rochus Krankenhaus intensiv im Blick zu behalten und eventuell vorhandene Missstände auszuräumen. Patienten müssen sich vertrauensvoll in eines der 84 Betten legen können.

Gerade in einem kirchlich geführten Krankenhaus muss sich der Patient darauf verlassen können, dass die Fürsorge für ihn - bei allem Verständnis für wirtschaftliche Belange - an erster Stelle steht.

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