Stadt erwägt Änderung der Verkehrsführung

Marienstraße: Komplett als Einbahnstraße?

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Vom Marienplatz aus kommend ist die Marienstraße in einem Teilstück Einbahnstraße. Sie könnte nun aber gänzlich dazu werden.

Dieburg - Fahrten entgegen der erlaubten Richtung, flottes Abkürzen Richtung Tunnel – in der Marienstraße gibt es immer wieder Probleme. Zu deren Lösung befragt die Stadtverwaltung nun die Anwohner. Von Stefan Scharkopf 

 „Die Verkehrssituation ist seit Öffnung des Kreisels eine Katastrophe.“ Das sagten Anwohner des nördlichen Teils der Marienstraße im September 2015 unserer Zeitung. Einige hatten auch eine Petition unterschrieben, in der sie der Stadt ihre Probleme schilderten. Als Hauptproblem in der Marienstraße nach der Kreiselöffnung sahen sie die Missachtung des Sackgassenhinweises. Bereits an der Wallfahrtskirche und an der Kurve vor der Marienschule wird auf diesen Umstand hingewiesen. Nach wie vor nutzen Autofahrer aber diese „Schnellverbindung“ aus südlicher Richtung hin zum Kreisel und anschließendem Tunnel, obwohl die Ausfahrt in dieser Richtung verboten ist. Vom Marienplatz aus ist die Marienstraße im ersten Teilstück Einbahnstraße.

Die Stadtverwaltung hat nun die Anwohner von Marien- und Rochusstraße angeschrieben und erhofft sich Anregungen für Änderungen. Wie die Stadt ebenfalls schildert, kommt es im Bereich der Marienstraße, Höhe Rochusstraße, immer wieder zu Problemen mit wendenden oder entgegen der Einbahnstraße fahrenden Autos, die ein Ärgernis darstellten – und eine Gefahr. Das Problem sei zum einen der Tatsache geschuldet, dass es der Stadt nicht möglich gewesen sei, den Verkehr auch aus der Marienstraße in den Kreisverkehr einfahren zu lassen und zum anderen uneinsichtigen Verkehrsteilnehmern, die sich nicht an die bestehenden Beschilderungen hielten.

Eine Möglichkeit, die Situation zu entspannen, könnte darin bestehen, die Verkehrsführung derart zu ändern, die Marienstraße zur Einbahnstraße zu erklären. Die Zufahrt würde dann nur noch vom Marienplatz aus in Richrung Altstadt erfolgen.

Als direkt Betroffene möchte Bürgermeister Frank Haus die Anwohner in die Entscheidungsfindung für diese „weitreichende Maßnahme“ einbeziehen. Aus Sicht der Verkehrsplaner könnte die neue Einbahnstraßenregelung einiges bewirken: weniger Verkehr in der Marienstraße, keine Wendemanöver mehr in der Rochusstraße, weniger Fahrten mit dem Mama-Taxi zur Schule, mehr Schulwegsicherheit für die Marienschüler, einfacheres Ein- und Ausfahren aus den Grundstückseinfahrten und schließlich kein Begegnungsverkehr mehr im bisherigen Einbahnabschnitt am Kreisel.

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Angefügt an das Schreiben hat die Verwaltung einen Fragenbogen, bei dem die Anwohner nach ihrer Zustimmung oder Ablehnung befragt werden. Auch eigene Anregungen können formuliert werden. Der Rücklauf soll bis zum 31. Januar erfolgt sein. Wie Bürgermeister Frank Haus auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, sind einige Antworten bereits eingetrudelt; bislang ergibt sich aber noch kein einheitliches Bild: „Ein Teil der Anwohner würde eine Änderung der Verkehrsführung begrüßen, andere haben hiergegen Bedenken.“

Laut Haus bedeute die Umfrage nicht, dass die Entscheidung davon abhängt, ob sie eine Mehrheit in der Straße finde. Die hinter der Abfrage bei den Bürgern stehende Intention sei vielmehr die, dass die Stadt Ideen oder Bedenken der Anwohner im Rahmen einer Abwägung über die Entscheidung mit berücksichtigen wolle. „Insbesondere möchte ich ausschließen, dass wir wesentliche Gesichtspunkte, die für uns als Nicht-Anwohner möglicherweise überhaupt nicht erkennbar sind, übersehen oder ihnen ein zu geringes Gewicht beimessen“, so der Verwaltungschef.

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Dass der kleine „Schlupf“ am Marienkreisel nicht geeignet sein könnte, die Marienstraße anzudienen, glaubt Haus nicht, denn die Einfahrt aus dem Kreisel werde gegenwärtig bereits genutzt und sie „funktioniert“. Bei einem erforderlichen Einsatz der Feuerwehr könne ja auch in Zukunft von der Altstadt-Seite eingefahren werden, weil bauliche Änderungen in diesem Bereich nicht geplant seien.

Die Idee, eine Einbahnstraßenregelung anzuordnen, war schon einmal vor Jahren im Rahmen der Planung des Kreisverkehrsplatzes aufgekommen, dann aber während der Bauzeit nicht mehr weiter verfolgt worden. „Aus welchen Gründen, ist heute nicht nachvollziehbar“, so Haus.

Ein wichtiger Grund, das Thema heute wieder anzupacken, sei der stärker werdende Verkehr vor der Marienschule, insbesondere morgens bei Schulbeginn. Viele Eltern brächten die Kinder mit dem Auto zur Schule, was zu Konflikten im Straßenraum führe. Durch die Änderung erhofft sich der Bürgermeister nicht nur weniger Verkehr, sondern vor allem die Vermeidung von Begegnungsverkehr, bei dem es durch unvorsichtiges Öffnen von Türen und Rangieren schon einmal brenzlig werden könnte.

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