„Konsens ist die zweitbeste Lösung“

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Dicht gedrängt wird es auch künftig zugehen an der ADS. Der Kreistag verabschiedete mit dem Schulentwicklungsplan auch die Garantie, dass an dem Oberstufengymnasium zukünftig bis zu 750 Schüler gleichzeitig lernen können. Durch den Doppeljahrgang G8/G9 werden es in den nächsten Jahren sogar noch deutlich mehr Schüler sein.

Dieburg ‐ Die Alfred-Delp-Schule (ADS) kann planen: 69 der 71 Abgeordneten des Kreistags verabschiedeten am Montag die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans - und damit eine Schülerzahl von bis zu 750 insgesamt, 250 also pro Jahrgang des reinen Oberstufengymnasiums. Einzig die beiden Abgeordneten der Fraktion Linke/DKP stimmten gegen den Plan.  Von Jens Dörr

Die ADS spielte für die ablehnende Haltung von Walter Busch-Hübenbecker und Werner Bischoff allerdings keine Rolle, vielmehr die von Schuldezernent Christel Fleischmann angestrebte Fusion der Bachgauschule und der Joachim-Schumann-Schule in Babenhausen. Für Renate Stiebing, Leiterin der ADS, ist die Lösung eine, mit der sie und die anderen Verantwortlichen der Vorzeigeschule gut leben können. Allerdings war Stiebing wie die Schüler, die - neben anderen Aspekten - mit ihrer großen Präsenz im Schulausschuss SPD und Grüne zu einer größeren Gesamtzahl als ursprünglich vorgesehen (675) bewogen, gegen eine Deckelung jedweder Art gewesen. Dabei hatte sie große Teile der Dieburger Stadtparlamentarier hinter sich, auch Kreis-FPD und Kreis-CDU artikulierten ihre Ablehnung der Deckelung klar.

Das taten beide Fraktionen in ihren Redebeiträgen am Montag aufs Neue. Sowohl Sigrid-Inge Slabon (FDP) als auch Karin Neipp (CDU) verdeutlichten, dass die Deckelung der im Hessischen Schulgesetz verbrieften freien Schulwahl widerspreche. Schuldezernent Fleischmann indes blieb dabei: „Ich halte den Konsens für die zweitbeste Lösung.“ Er verwies auf die Zeit von ADS-Leiter Ulf Schröder, Renate Stiebings Vorgänger. „Da hatte die ADS nie mehr als 650 Schüler.“ Mit Stiebing sei die Zahl nach oben geschnellt. 21 Blech-Container habe man inzwischen aufgestellt, das sei schlicht zu viel, nicht nur wegen deren immensen Stromverbrauchs. Außen vor ließ Fleischmann, was Stiebing als Begründung für das Anwerben der Schüler - aktuell rund 800 - genannt hatte: „Da der Plan besteht, eine eigene Oberstufe in Münster zu errichten, haben wir uns vorsorgend zusätzlich für andere Schüler geöffnet, um bei einem plötzlichen Wegfall weiterhin unser vielfältiges Kursangebot aufrecht erhalten zu können“, so Stiebing.

Bayern wollen auch Abi in Dieburg machen

Auf diesen Zusammenhang zwischen den Plänen der Schule auf der Aue in Münster und der Dieburger Delp-Schule ging auch CDU-Frau Neipp ein: Wenn die Aue-Schüler zwecks Abitur in Münster blieben und nicht auf die Delp-Schule nach Dieburg gingen, entstünde dort eine „natürliche Reduzierung“ der Schülerzahl. Renate Stiebing, Leiterin der Delp-Schule, hatte gegenüber dieser Zeitung vom „steigenden Interesse junger Menschen aus dem ganzen Ostkreis und sogar aus Bayern“ berichtet, in Dieburg Abitur zu machen.

Thema waren auch Schüler, die nicht aus den Verbundschulen Goetheschule, Aue-Schule Münster und Albert-Schweitzer-Schule Groß-Zimmern kommen: jene aus Gundernhausen. Die zieht es ebenfalls häufig an die ADS.

Doppeljahrgänge im nächsten Jahr

Fleischmann sieht die Gundernhäuser eher in Ober-Ramstadt, wohin mancher aber schon wegen der schlechten Busverbindungen nicht gehen möchte. Die müsse man optimieren, sagte Fleischmann. Auch so sei eine Reduzierung der Schülerzahl in Dieburg möglich.

Bei 750 Schülern - so kalkuliert Stiebing - werde man aber immer noch rund zwei Dutzend Schüler pro Jahrgang aufnehmen können, die nicht aus den Verbundschulen kommen. In den kommenden Jahren greift die 750er-Regelung ohnehin nicht: Durch den Doppeljahrgang G8/G9 wird die ADS zeitweise eine vierstellige Zahl an Schülern haben. Das größte reine Oberstufengymnasium des Kreises ist die ADS bereits. Eine formale Hürde muss der Schulentwicklungsplan derweil noch nehmen: Das Hessische Kultusministerium muss ihn in letzter Instanz genehmigen.

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