Kooperation bei Psychiatrie

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Richtfest am neuen Zentrum für seelische Gesundheit in Groß-Umstadt. In Dieburg soll eine Dependance entstehen.

Groß-Umstadt/Dieburg (bea) ‐  „Da es jeden treffen kann, ist das Zentrum für seelische Gesundheit ungemein wichtig“, sagte Privatdozent Dr. Thomas Wobrock über die Köpfe der Zuhörer hinweg. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird künftig die neue Psychiatrie in Groß-Umstadt leiten.

Der Rohbau steht“, freute sich Landrat Klaus Peter Schellhaas, „und wir werden ihn vor dem Winter auch so weit fertig gestellt haben, dass die Innenausbauarbeiten zügig voranschreiten können.“ Eile ist auch geboten, im Sommer soll das Zentrum für seelische Gesundheit eröffnet werden. Da es Bestandteil des Konjunkturprogrammes ist, muss es auch bis Ende 2011 schlussgerechnet werden. 13,58 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt, drei Stationen mit 69 Betten, 20 tagesklinischen Plätzen und einer Institutsambulanz soll das neue psychiatrische Zentrum, das erste im Ostkreis, aufnehmen. „Wir bewegen uns im Kostenrahmen“, so der Landrat. Er rechnet auch nicht mit erheblichen Kostensteigerungen, weil die meisten Gewerke schon vergeben sind.

Ist ein Jahr nicht ein wenig lang nur für den Rohbau?“, fragte Architekt Michael Lube vom federführenden Büro LSK-Architekten in Darmstadt und gab sich gleich selbst die Antwort. Auf schwierigen Baugrund waren die Bauarbeiter gestoßen, der harte Winter tat ein Übriges, so dass mit den eigentlichen Rohbauarbeiten erst im März diesen Jahres begonnen werden konnte.

Frührentner leiden oftmals unter seelischen Erkrankungen

Schellhaas nannte die Psychiatrie in Groß-Umstadt „den ersten Schritt auf dem Weg zum völligen Umbau des Umstädter Krankenhaushügels“. Der Landrat versprach den Ostkreisbewohnern ein modernes medizinisches Zentrum, nicht nur von der Architektur her. Bis dahin werden allerdings wohl noch etliche Jahre ins Land gehen. Schellhaas sprach auch die neue Kooperation mit dem St. Rochus Krankenhaus an, mit dem man seit Sommer dieses Jahres in der kardiologischen Versorgung zusammenarbeite. „Ich hoffe, dass diese Kooperation erst der Anfang ist“, sagte er.

Seelische Erkrankungen stehen mittlerweile an der Spitze, sie sind inzwischen der Hauptgrund für Frühverrentungen“, erklärte Wobrock. Drei Schwerpunktstationen wird die neue Psychiatrie haben, in einer soll die Volkskrankheit Depression behandelt werden, ein Hauptaugenmerk wird auf Suchterkrankungen liegen, aber auch eine Anlaufstelle für akute psychotische Störungen wird die neue Klinik bieten.

Auch eine Tagesklinik für Dieburg

Neue Therapie- und innovative Behandlungsformen verspricht der neue Klinikleiter, der sein Amt im März antreten wird. Gesucht werden noch Fachkräfte, von Ärzten über Pflegepersonal bis hin zu Sozialarbeitern und Ergotherapeuten.

Neben der angeschlossenen Tagesklinik in Groß-Umstadt soll auch eine Tagesklinik in Dieburg entstehen. „Wir befinden uns schon in Verhandlungen wegen der Räumlichkeiten“, konnte Wobrock mitteilen. Wo genau die sich befinden, wollte der neue Chef, der auch für die Dieburger Dependance zuständig sein wird, noch nicht verraten. Die Dieburger Tagesklinik wird jedoch, sofern alles glatt läuft, noch vor dem Umstädter Zentrum eröffnet. Bereits im April oder Mai soll in Dieburg gestartet werden.

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