In Dieburg lebender Maler und Bildhauer erhält Lichtenbergpreis

Kreis-Jury kürt Konietschke

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Der Lichtenbergpreis 2009 geht an Martin Konietschke. Unser Foto zeigt ihn mit dem Gipsmodell zu einem Gedankenstein, der an die jüdischen Familien Dieburgs erinnern soll.

Dieburg (lho) ‐ „Es ist eine große Freude, dass meine Arbeit einmal so gesehen und gewürdigt wird“, erklärt Martin Konietschke. Das Leben als Künstler sei kein unproblematisches, deshalb tue eine solche Würdigung gut.

Die Rede ist vom Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2009. Gestern machte die Pressestelle des Landkreises die Entscheidung der Jury öffentlich, den Preis an den in Dieburg lebenden Künstler zu verleihen. Konietschkes gleichermaßen hervorragende Arbeit als Bildhauer, Maler und Zeichner sei für die Entscheidung der Jury ausschlaggebend gewesen, heißt es in der Pressemitteilung. „Seine Werke zeugen von hoher Qualität und Originalität“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas.

Der 1961 in Eppertshausen geborene Konietschke studierte zunächst am Lehrstuhl für plastisches Gestalten an der Technischen Universität in Darmstadt, besuchte Abendkurse an der Wiesbadener freien Kunstschule und wirkte im Atelier Römerberg in Wiesbaden im Bereich Bildhauerei, Zeichnungen und Druckgrafik mit. Es schloss sich ein Studium der Bildhauerei und der freien Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg an. Von 1987 bis 1989 war Konietschke Dozent am Bildungszentrum Nürnberg für figürliches Zeichnen, Aktzeichnen und Radierungen. 1986 wurde Konietschke mit dem Klassenpreis der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg ausgezeichnet.

Das Wirken von Martin Konietschke ist vielfältig. Seine Motive sind häufig Menschen: Gesichter, Köpfe, Körper und Akte. Aber auch Landschaften stellen für ihn ein Thema dar. Er schafft Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Druckgrafiken. „Allesamt sind sie ausdrucksstark und kraftvoll, fangen ein und berühren“, heißt es von Seiten des Preis-stiftenden Landkreises.

Für die Dieburger zählt der Maler und Bildhauer zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens ihrer Stadt. Nicht nur, weil Konietschke mit Kursen, Aktionen wie der Teilnahme am Tag des offenen Ateliers oder der Einladung, in der Vorweihnachtszeit bei einem Tässchen Glühwein seine Weihnachtsradierung kennenzulernen, präsent ist. Nein, Konietschke engagiert sich auch über sein persönliches Schaffen hinaus für die Kultur in der Gersprenzstadt.

So holte er 2008 eine Ausstellung mit Werken des renommierten Künstlers Waldemar Grzimeks in das Dieburger Museum. Und auch bei der Sonderausstellung mit den Werken des Bildhauers August Gaul Anfang 2009 stellte Konietschke den Kontakt zum entleihenden Hanauer Museum her und wählte die Exponate aus.

Der Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis wird jährlich – im Wechsel für Literatur und Bildende Kunst – verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg würdigt damit künstlerisches Wirken im Kreis und in der Region.

Zu sehen ist ein Teil von Konietschkes Werken auf seiner Homepage http://www.martinkonietschke.de. Und wer Künstler und Werke einmal live erleben möchte, ist am Samstag, 28. November, ab 18 Uhr zur Präsentation von Konietschkes 4. Dieburger Weihnachtsradierung in das Atelier des Künstlers im Steinweg 43 eingeladen.

Bei Glühwein und Kerzenschein kann man dann das Werk des Lichtenbergpreis-Trägers 2009 auf sich wirken lassen.

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