St. Rochus Klinik

Künftig ohne Ärzte der Kreisklinik

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Die Kardiologen der Kreisklinik Groß-Umstadt werden künftig wohl keinen Parkplatz mehr in Dieburg benötigen. 

Dieburg/Darmstadt - Schon mehrere Wochen währt der Disput zwischen dem Dieburger St. Rochus Krankenhaus und den Kreiskliniken um einen kardiologischen Kooperationsvertrag. Von Ulrike Bernauer

Am Mittwoch vergangener Woche hatte das St. Rochus die fristlose Kündigung des Vertrages erklärt.

Dieser Kooperationsvertrag zwischen der Kreisklinik in Groß-Umstadt und dem St. Rochus Krankenhaus war am Montag auch Thema im Kreistag, obwohl die Kliniken gar nicht auf der Tagesordnung standen. Landrat Klaus Peter Schellhaas unterrichtete das Kreisparlament von der in der letzten Woche erfolgten fristlosen Kündigung des Kooperationsvertrages durch die Leitung des St. Rochus Krankenhauses.

Laut Landrat wurde das Gesprächsangebot, das von seiner Seite mehrfach erfolgt sei, nicht angenommen. „Das St. Rochus will offensichtlich nicht mit uns zusammen arbeiten. Ich halte das für außerordentlich bedauerlich, vor allem im Sinne der Patienten“, erklärte der Landrat. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum Dieburg sich so entschieden hat, aber jetzt beschreiten wird den Rechtsweg.“ Laut Landrat waren am Montag früh dem Chefarzt der Kardiologie an der Umstädter Klinik, Privatdozent Dr. Michael Weber, und einem Assistenzarzt die Zusammenarbeit ganz konkret an der Kliniktür des St. Rochus aufgekündigt worden.

Kündigung ohne Angabe von Gründen

„Wir haben den Kooperationsvertrag gekündigt“, so Armin Probst, Vorstand der St. Rochus Stiftung, auf Nachfrage unserer Zeitung, „folglich entfällt für eine Zusammenarbeit die Vertragsgrundlage.“ Deshalb bräuchten die Ärzte aus Groß-Umstadt auch ihre Dienste dem St. Rochus Krankenhaus nicht mehr anbieten. Man würde in Kürze den Kreiskliniken und dem Landrat auch die Kündigungsgründe mitteilen, die fristlose Kündigung war erstmal ohne Angabe von Gründen erfolgt.

Auf Nachfrage erklärte Probst, der Weg würde nun über den Rechtsanwalt gehen, den sich das St. Rochus mittlerweile ebenfalls genommen habe. „Für uns ist das Thema damit erledigt“, so Probst, „wenn die andere Seite das anders sieht, dann muss sie klagen“.

Beide Seiten, also sowohl Schellhaas als auch Probst, betonen, dass sie der jeweilig anderen Seite Gesprächsangebote gemacht hätten. Anscheinend werden die Angebote des anderen von der jeweils anderen Partei nicht vernommen und so wird wohl kein anderer Weg als der Rechtsweg bleiben. „Das ist aber ein ganz normaler Vorgang“, so Probst.

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