Neues Gesetz bedingt Umstellung

Künftig „Großes“ Familiengericht in Dieburg

Dieburg - Mit dem Inkrafttreten des neuen „Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)“ am 1. September sind erhebliche Veränderungen auch beim Amtsgericht Dieburg verbunden.

„Ab dem Tag des Inkrafttretens dieses neuen Gesetzes wird es auch beim Amtsgericht Dieburg ein sogenanntes ,Großes' Familiengericht geben“, erläuterte der Direktor des Amtsgerichts Joachim Blaeschke.

Künftig werden dann alle durch den sozialen Verband von Ehe und Familie sachlich verbundenen Rechtsstreitigkeiten in Dieburg konzentriert sein. Die bisherige Zersplitterung der Verfahren und Rechtsmittel hat damit ein Ende.

Für diese Verfahren gelten in Zukunft auch ganz neue Verfahrensvorschriften. So wird es beispielsweise kein Scheidungsurteil mehr geben, sondern „nur“ noch einen Beschluss, mit dem die Ehe geschieden wird. Im Gegenzug wird das bisherige Vormundschaftsgericht aufgelöst. Dort noch laufende Verfahren erhalten ein neues Aktenzeichen, das die Verfahrensbeteiligten ab dem 1. September beim Familiengericht erfragen können.

„Selbstverständlich ist es aber bis auf weiteres noch möglich, das bisherige Aktenzeichen im Schriftverkehr mit dem Gericht zu verwenden“, betont der Direktor des Amtsgerichts Dieburg. „Das neue Aktenzeichen wird den Beteiligten automatisch beim nächsten Schriftwechsel vom Gericht mitgeteilt werden, sollte ab dann aber auch von den Beteiligten angegeben werden, damit die Schreiben schnell richtig zugeordnet werden können.“

Die bisher beim Vormundschaftsgericht anhängigen Betreuungs- und Unterbringungsverfahren werden beim Amtsgericht vom neuen „Betreuungsgericht“ unter dem bisherigen Aktenzeichen weitergeführt.

„Diese Umstellungen sind für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit viel Arbeit verbunden, die wir aber im Interesse der Sache und der Beteiligten gerne in Kauf nehmen“, betont Blaeschke.

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