"Kunst für alle Sinne" in der Römerhalle

„Es hat großen Spaß gemacht“

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Auch der Musikverein St. Peter und Paul war bei „Kunst für alle Sinne“ mit von der Partie.

Dieburg - Viel Lob gab es für die Organisatoren von "Kunst für alle Sinne", das am Wochenende Premiere in der Römerhalle feierte. Von Jens Dörr

Am Montagvormittag klingelte bei Volker Hertwig mehrfach das Telefon. "Ich bin ganz erstaunt darüber, dass die Leute bei mir anrufen und sich für den Sonntag bei mir bedanken", freute sich der Dieburger Anfang der Woche. Zusammen mit Britta Obmann war Hertwig der Initiator für die Veranstaltung „Kunst für alle Sinne“, die anschließend in der Planung intensiv aus dem Rathaus, besonders von Ulrike Posselt, unterstützt worden war und am Wochenende Premiere in der Römerhalle feierte. Von Zuschauern und Teilnehmern ernteten die Macher viel Lob.

Wie es sich für Dieburg gehört, gleichwohl es Zufall war, standen rund sechs Stunden lang elf Bühnenauftritte auf dem Programm. Um Narretei ging es aber weder bei der Neuapostolischen Kirche, die nach der Begrüßung von Bürgermeister Werner Thomas den Auftakt machte, noch im Anschluss beim Chor „ProVocale“ der Evangelischen Kirchengemeinde. Der Frauenchor Dieburg wandelte bei seinem Liedervortrag zwischen „Fink und Frosch“ und „The Rose“. „Der Frauenchor hat es besonders gut verstanden, auch abseits des Auftritts etwa mit einem Infostand in der Halle auf sich aufmerksam zu machen“, sagte Hertwig. Auch das sei das Ziel von „Kunst für alle Sinne“ gewesen: neben einer stimmungsvollen Veranstaltung Dieburger Gruppen und Einzelkünstlern eine - zusätzliche - Möglichkeit zu geben, ihre kulturellen Unternehmungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das war um die Mittagszeit herum für die Teilnehmer derweil etwas schwerer als am Nachmittag. Während sich bei der Freien Sängervereinigung um 12.30 Uhr etwa 50 Zuhörer einfanden, waren es zu „LetSwing“ drei Stunden später schon 150. Die neue Jazzband mit Mitgliedern aus Dieburg und Groß-Umstadt, in der auch Initiator Hertwig als Saxophonist spielt, erntete für ihren ersten Auftritt viel Anerkennung. Das galt allemal auch für die besondere und akribisch vorbereitete Darbietung der von der Lebenshilfe betreuten Menschen. Die jüngere Künstlerfraktion zeigte sich bei den Auftritten der Modern Music School und beim Programm, das die Dieburgerin Damaris Buchert in Kooperation mit der Musikschule Darmstadt auf die Beine gestellt hatte. Mehr als 30 Musiker wirkten allein hierbei mit. Als „außergewöhnlich“ bewertete Hertwig den Auftritt von „PhilSaitig“: „Das war eine ganz interessante Kombination aus vierstimmigem Gesang vor instrumentalem Background.“

Über die Bühne wirbelten überdies die Tänzerinnen der Dance Company. Nachdem auf sie „LetSwing“ gefolgt waren, bildete der Auftritt des Musikvereins St. Peter und Paul den Abschluss. Vergessen war da längst, dass es im Vorfeld der Veranstaltung kleinere Irritationen gegeben hatte: Nach städtischem Willen sollte zunächst nicht nur jeder Besucher der Veranstaltung zwei Euro zahlen, sondern auch jeder Teilnehmer. Das war bei den Künstlern und Gruppen, die allesamt ohne Gage auftraten, auf Unverständnis gestoßen. Letztlich wurde das Vorhaben wieder verworfen.

Stattdessen stand die Freude über eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Dieburg im Fokus: „Es hat einfach großen Spaß gemacht“, meinte etwa Susanne Krimm, Vorsitzende der Freien Sängervereinigung. Nicht nur sie äußerte den Wunsch nach einer Fortsetzung. Ob es eine solche geben wird, ließ Hertwig noch offen. Insgesamt sei er aber zufrieden und die Römerhalle ein toller Ort für die Veranstaltung gewesen: „Ich habe gestaunt über die Möglichkeiten, die es in der Halle technisch gibt - und über das Know-how von Theo Hornung“, nannte Hertwig einen aus dem Team hinter den Kulissen explizit. Klar sei derweil, dass die Entscheidung über eine Wiederholung 2014 noch in diesem Jahr fallen müsse - um die Römerhalle wieder rechtzeitig zu reservieren und auch im Veranstaltungskalender fürs nächste Jahr aufzutauchen. Für den Kalender können derzeit wieder Termine im Rathaus, kultur@dieburg.de, s  2002-209 oder 309, gemeldet werden.

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