Verein für Lebenshilfe eröffnet „Unikat“ in der Eulengasse.

Kunsthandwerk und Begegnung

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Die Mitarbeiter Reinhard Saal (v. l.), Bettina Weißhaar, Andrea Bartels und Bodo Schmidt präsentieren das Warenangebot des „Unikats“.

Dieburg (ves) ‐ „Wir werben in diesem Laden mit der Leistungsfähigkeit und Kreativität behinderter Menschen“, erklärte Andrea Bartels. Die pädagogische Leiterin des Vorstands des Vereins für Behindertenhilfe konnte am Freitagmittag gemeinsam mit Werkstattleiter Bodo Schmidt voller Stolz die Neueröffnung des „Unikat Kunsthandwerk & Co.“ in der Eulengasse vornehmen.

Vor drei Wochen wurde der Um- und Ausbau der Räumlichkeiten gestartet und mit viel Arbeitseinsatz aller freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer konnte die Eröffnung vorgenommen werden. „Für Menschen mit Behinderung ist die Begegnung mit der Öffentlichkeit sehr wichtig“, sagt Bartels. „Wir wollten mit diesem Projekt ansprechende Arbeitsangebote erschaffen, Begegnungen fördern und Arbeitsplätze anbieten“, erklärt sie weiter. Attraktive Tätigkeitsfelder seien neben machbarer Arbeit eine Notwendigkeit, damit Behinderte und Nichtbehinderte ein Leben miteinander führen.

Das Konzept von Unikat besteht darin, dass ein ehrenamtlicher Mitarbeiter gemeinsam mit einem Behinderten die Arbeitsstunden im Geschäft leistet. „Wir suchen weiterhin noch weitere Helfer und sind für Anfragen dankbar“, so Schmidt. Als Endziel wünschen sich die Leiter des Projektes eine Arbeitsbeteiligung, in der ein ehrenamtlicher Mitarbeiter mit mehreren Behinderten zusammenarbeitet. „Wir sind noch ganz am Anfang und das Projekt muss wachsen“, erklärt Schmidt. „Zunächst möchten wir in der Weihnachtszeit unsere Öffnungszeiten erweitern.“

„Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Behindertenhilfe von der Abgeschiedenheit des Industriegebiets in die Innenstadt kommt. Hiermit wird ein wichtiges Signal gesetzt“, erklärte Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Die Angebote des Kunsthandwerkladens werden in den Werkstätten der Behindertenhilfe produziert.

„Wir wollen damit auch neue Ideen fördern“, sagt Bartels. Dazu kommen Angebote von regionalen Kunsthandwerkern zum Verkauf, wie auch Kleider und Textilien, die durch Spenden gesammelt wurden. „Diese Textilien werden im Vorfeld sortiert und gereinigt und nur die besten kommen zum Verkauf“, erklärt Schmidt. Die Erlöse des Ladens sollen in den Ausbau eines Fahrradkurier-Services investiert werden, mit dem zunächst kleinere Besorgungen abgedeckt werden sollen. Später kann sich der Verein auch einen Einkaufsservice per Fahrrad vorstellen. Als erstes mobiles Fortbewegungsmittel überreichte Manfred Babel, 2. Vorsitzender des Fördervereins für Menschen mit Behinderung, der Werkstatt Dieburg einen „Drahtesel“.

Grafikdesignerin Martina Rupp-Marder hatte den vom Verein zur Namensfindung für das Geschäft ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen und durfte ihren Gutschein über die Produkte des Huhns Agate in Empfang nehmen.

Während des Martinsmarktes ist „Unikat“ länger geöffnet: Am Samstag von 10 bis 20 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

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