Kurs des ehemaligen Kapuzinerklosters

Gesunder Baum, gutes Obst

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Mit sicherer Hand entfernt Andreas Baumer (links) im Klostergarten unnötige Äste und kraftzehrende Schösslinge. Nebenbei informiert er über die Eigenschaften der verschiedenen Obstbaumarten.

Dieburg - Der Obstanbau im eigenen Garten ist wieder in: Unbelastet von Pestiziden lassen sich dabei leckere Früchte ernten, die man ohne schlechtes Gewissen genießen kann. Von Julia Glaser 

Allerdings gehört das nötige Gärtnerwissen dazu, damit es mit der Obsternte klappt. Besonders wichtig: der richtige Obstbaumschnitt. Hilfestellung hierzu fanden rund 30 Teilnehmer am sonnigen Samstag bei einem Kurs im Garten des ehemaligen Kapuzinerklosters in Dieburg. Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierte Andreas Baumer, Inhaber eine Baumschule mit Obstanbau in Dieburg, worauf es bei dieser „Verjüngungskur“ für den Baum zu achten gilt. Ein nichtfachgerechter Schnitt kann zum Beispiel faulende Astgabeln oder Pilzbefall nach sich ziehen. Eine Belastung für den Baum und Grund für eine schlechtere Obsternte. Zwetschgen, Mirabellen oder Äpfel: Bei seinem Gang von Baum zu Baum gab Baumer viele Tipps und beantwortete die Fragen der anwesenden Hobbygärtner. „Die Äste sollen immer in eine Richtung wachsen, die Triebverlängerung geht nach außen“, erklärte er. Süßkirschenbäume sollte man im Winterhalbjahr gar nicht schneiden. „Hier ist die beste Zeit für den Baumschnitt direkt nach der Ernte“, riet der Profi. Generell gilt: „Man muss schauen, wie stark ein Baum ausgetrieben hat, um zu entscheiden, wie stark oder weniger stark man ihn schneiden muss.“

Nebenbei tauschten die Teilnehmer auch untereinander ihre Erfahrungen zu Schneidetechniken und Obstanbau aus. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Odenwaldklub Dieburg. Er hat es sich zum Anliegen gemacht, den Klostergarten seit dem Weggang der Kapuziner im Jahr 2012 auch weiterhin zu pflegen. Inzwischen haben sich einige Freiwillige gefunden, die im „Franziskusgarten“ nach dem Rechten sehen. Zu tun gibt es viel: Es muss etwa ein Nutzgarten gepflegt und Unkraut gejätet, außerdem der Rasen gemäht oder kleinere Reparaturen vorgenommen werden. Neben Heilkräutern sollen in der Gartenanlage künftig auch Küchenkräuter zu finden sein. Umgesetzt wird dieses Vorhaben mit Hilfe der Gärtnerklasse der Landrat-Gruber-Schule, die das Setzen der Kräuter übernimmt.

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Der Odenwaldklub Dieburg freut sich, wenn sich noch weitere Freiwillige melden, die bei der Pflege der historischen Gartenanlage mit Hand anlegen wollen. Die Helfer treffen sich donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr und samstags zwischen 9 und 12 Uhr im Klostergarten. Mehr Informationen gibt es auch auf der Homepage des Vereins.

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