In der Kutsche durch Herbstwald

Im Herbstlicht: Stefan Henrich von der Haflinger Ranch in Egelsbach lenkte sein Gespann durch den „Engpass“. Foto: Scholze

Dieburg - Ganz langsam und mit Bedacht lenkt der Kutscher seine Haflinger am aufgebauten Hindernis vorbei. Was zunächst paradox klingt, ist in diesem Falle gwollt denn es handelt sich bei dem Hindernis um aufgespannte Regenschirme aller Farben, die das Gespann irritieren sollen. Von Verena Scholze

Das Vertrauen zwischen Pferden und Reiter beziehungsweise Kutscher ist jedoch so groß, das sich die Vierbeiner komplett der Führung überlassen und ruhigen Schrittes vorbei traben.

Auch die anderen Hindernisse und Aufgaben im Parcours werden gut bewältigt: ob schnelles Umrunden von Tonnen in Form einer Acht oder das Überqueren eines angedeuteten Grabens. Auch der Kutscher selber muss sich bei der nächsten Übung in Vertrauen üben und ist mit verbundenen Augen komplett auf die Kommandos seines Beifahrers angewiesen. Aber siehe da, auch hier klappt das Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch sehr gut, das Hindernis wird fehlerfrei bewältigt.

Am Samstagmorgen ging es bei kalten Temperaturen, aber ersten schönen Sonnenstrahlen für die Teilnehmer der 23. Reiter- und Kutschenrallye bereits früh auf die Strecke. Rund um das Gelände desDieburger Reitclubs führte die zwölf Kilometer lange Strecke, die mit Geschicklichkeitsaufgaben für Pferd und Reiter sowie Kutschenfahrer gespickt war. Die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschlands (VFDnet) veranstaltete diese Rallye erstmals in Dieburg, in den letzten Jahren war jeweils Modautal-Herchenrode der Austragungsort.

Anatomiekenntnisse des Vierbeines und Erste Hilfe

„Die dortigen Bedingungen waren dieses Jahr nicht ideal“, erklärte Heike Jaskulla vom VFD Hessen Süd. So begaben sich die 23 Teilnehmer in Abständen von zehn Minuten zunächst auf die Reitwege der Geländestrecke, die mit zwei Stopps versehen war. Hier mussten die Reiter unterwegs Aufgaben lösen. Es galt, Fragen rund um das Thema Pferd zu beantworten, Anatomiekenntnisse des Vierbeines oder Erste Hilfe bei Unfällen sowie allgemeine Fragen sollten beantwortet werden. Im Jahr des Waldes mussten die Reiter drei Lärchenzapfen erkennen und sammeln, diese wurden später für eine Geschicklichkeitsübung benötigt. Generell galt, die Strecke nicht mit der schnellsten Zeit, sondern dem Pferd als gleichberechtigten Partner zu bewältigen.

„Bei dieser Rallye wird die Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter geprüft“, sagte Jakulla. „Vertrauen und Gehorsam zum Reiter oder Fahrer stehen im Vordergrund, Eigenschaften, die im alltäglichen sicheren Umgang mit dem Fluchttier Pferd vonnöten sind. Gerade auch im Straßenverkehr gibt es viele Dinge, die ein Pferd erschrecken können und an die es sorgsam gewöhnt werden muss.“

Spaß und fairer Umgang mit Pferden vorrangig

Zurück auf dem Reitplatz warteten einige Hindernisse, die aber nicht einfach übersprungen oder umrundet werden sollten, sondern mit denen der Stand der Ausbildung des Freizeitpferdes überprüfen werden konnten. Im Parcours notierte Monika Siegel, Landessportwartin des VFD, und ihr Helferteam die jeweils erreichte Punktzahl. Allerdings sah man auch hier den Spaß und den fairen Umgang mit den Pferden vorrangig und so drückte man auch mal ein Auge zu und wertete nicht zu streng.

Am Ende des Tages zeigten sich alle Teilnehmer zufrieden mit der Rallye und diskutierten bei einem gemütlichen Beisammensein noch über die Erlebnisse auf der Strecke.

Quelle: op-online.de

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