Ländergrenzen auch in den Köpfen aufheben

Für weitere zwei Jahre Comenius-Schule: Die beiden Schüler der zwölften Klasse und Teilnehmer des europäischen Projekts Ricarda Knauff und Simon Back montieren das Schild der Europäischen Union, das die ADS zertifiziert.

Dieburg (db) ‐ Grenzen spielen in einem immer dichter zusammenwachsenden Europa eine immer untergeordnetere Rolle. Das soll auch für die Grenzen in den Köpfen gelten. Um den Gedanken eines einheitlichen Europa zu stärken, hat die Europäische Union bereits 1995 ein Programm ins Leben gerufen, dass die Zusammenarbeit von Schulen in Europa und die Mobilität von Schülern und Lehrern fördern soll: das Comenius-Programm.

Bereits von 2008 bis 2010 hatte die Alfred-Delp-Schule mit 31 Schülern und fünf Lehrern an dem Projekt teilgenommen und mit Schülern aus Dänemark, Österreich, Italien und den Niederlanden im Rahmen interkultureller Begegnungen zusammengearbeitet. Höhepunkt war ein Treffen in Palermo. Dort führten die Teilnehmer gemeinsam ein Theaterstück auf Englisch auf.

Und auch für die kommenden zwei Jahre hat sich die Alfred-Delp-Schule erfolgreich für das internationale Schulprojekt beworben. Unter dem Titel „Sharing a European Dream“ und vor dem Hintergrund der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise sollen die Schüler gemeinsam Erfahrungen austauschen und Ideen entwickeln, wie Europa in Zukunft aussehen könnte.

Die Vorbereitungen und Projektarbeiten sollen bereits vor Weihnachten losgehen, wie Michael Berner, Comenius-Koordinator an der Delp-Schule erklärt. Schon im September nächsten Jahres werden nämlich alle Comenius-Teilnehmer in Dieburg erwartet. Das Programm hierfür muss zwar noch in Workshops erarbeitet werden, aber in einem ist sich Berner klar: „Wie das Theaterstück in Palermo soll am Ende eines Treffens immer ein Produkt herauskommen“, sagt der Deutschlehrer.

Reise in die Partnerländer

Mit ihm sind die beiden Englischlehrerinnen Regina Franke und Daniela Meier für die nächsten zwei Comenius-Jahre in Dieburg zuständig. Die Lehrer werden zwar einige mögliche Projektthemen vorschlagen, letzten Endes entscheiden aber die Schüler, welchem Konzept man sich zukünftig widmen will.

Neben der Projektarbeit steht für die Schüler im Frühjahr eine Reise in eines der Partnerländer auf dem Programm. Neben Tschechien, sind wieder Schulen aus Österreich und den Niederlanden mit dabei. Der Gegenbesuch werde im Mai oder Juni erwartet. Um die Kommunikation untereinander zu intensivieren, werden die Gäste bei den Dieburger Schülern zuhause untergebracht.

An Kosten kommt auf die etwa zwanzig teilnehmenden Schüler aus Dieburg lediglich ein Unkostenbeitrag von 75 Euro zu. Um die kompletten Kosten der zweijährigen internationalen Zusammenarbeit finanzieren zu können, bezuschusst die Europäische Union das Projekt mit 20 000 Euro. 80 Prozent des Geldes sind bereits auf das Konto der Schule überwiesen worden. „Nachdem wir erste Ergebnisse unserer Arbeit und einen Zwischenbericht eingereicht haben, wird der Rest bewilligt“, sagt Berner.

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