Lagerstraße wird „Fressgass“

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Unter der Leitung von Helmut Schelter (r.), Paul Strücker (l.) und Leonardo Plate bringen sich mehr als 100 Dieburger Unternehmen in die Feier von „40 Jahre Industriegebiet-Nord“ ein.  

Dieburg (jd) - Es ist mitnichten so, dass sich das Dieburger Industriegebiet-Nord noch nie gefeiert hätte: Wie das bis 1992 erschienene Magazin „iAKTUELL“ zu berichten wusste, wechselten sich in den 80er Jahren „bunte Abende“ in der Hochschul-Mensa mit einem „Tag der offenen Tür“ ab.

Helmut Schelter (Atelier für Schrift und Form) nennt eine Weihnachtsbaum-Versteigerung im Jahr 1982 als Ursprung der Events im I-Nord. Die damalige VAG heißt heute OTLG und auch sonst hat sich viel gewandelt nördlich der Bahngleise. Gewachsen ist das Industriegebiet und gedeiht nach wie vor prächtig. In diesem Jahr wird es 40 – und feiert das in einer bislang noch ungekannten Größenordnung. Schon mehr als 100 Unternehmen haben zugesagt, zum Fest „40 Jahre Industriegebiet-Nord“ beizutragen. Die große Sause mit Leistungsschau, Präsentationen, Gastronomie und Unterhaltungsprogramm steigt am 8. und 9. September.

Endgültig festgezurrt ist das Programm noch nicht – doch unter der Leitung von Schelter, Paul Strücker (Sparkasse Dieburg) und Leonardo Plate (Glas Lerchenmüller) nimmt es immer konkretere Konturen an. Eine kleine Auswahl: Die Firma Stihl lässt zwar ihre Türen zu, bringt aber einen sportlichen Blickfang in die Festivitäten ein – sie holen die beliebten Timbersports-Vorführungen und -Wettkämpfe nach Dieburg.

Das Spektakel, bei dem unter anderem Baumstämme in großer Geschwindigkeit gesägt werden und fast schon Kunst mit der Motorsäge betrieben wird, faszinierte schon einmal im Schlossgarten die Massen. Die Dieburger Autohäuser stellen passenderweise in August-Horch-Straße, Felix-Wankel-Straße, Diesel- und Benzstraße ihre neuen Modelle aus.

„40 Jahre Industriegebiet-Nord“

Im Süden des Industriegebiets – es nehmen sowohl Unternehmen südlich als auch nördlich der B 45 teil – stehen Spiel und Spaß mit Angeboten von Hüpfburg bis Kartfahren in den Plänen der Macher der Interessengemeinschaft-Nord, von der nicht wenige Mitglieder auch dem Dieburger Gewerbeverein angehören. Zwischen B 45 und Dieselstraße wird eine Bühne stehen, auf der sich nicht nur Betriebe darstellen und Bands für musikalische Unterhaltung sorgen können; auch Dieburger Vereine haben die Möglichkeit, sich an „40 Jahre Industriegebiet-Nord“ zu beteiligen.

In Planung befindet sich außerdem ein Buspendelverkehr, obwohl die Schauplätze bei guter Kondition sämtlich auch fußläufig erreicht werden können. Die „Fressgass“ in der Lagerstraße dürfte ebenfalls beliebter Anlaufpunkt werden, sie befindet sich zudem gut gelegen zwischen der Autoausstellung und dem Spielbereich. Ein Gedanke, auf den Helmut Schelter im Zusammenhang mit dem Jubiläum immer wieder hinweist, ist zudem der Zusammenschluss von I-Nord und dem restlichen Dieburg: Beide Teile sind nicht nur durch die Eröffnung der Bahnunterführung zusammengewachsen, sondern ziehen auch am 8. und 9. September an einem Strang: I-Nord-Unternehmen können sich „Geschäftspaten“ aus der Innenstadt suchen und diese in ihre Aktionen einbeziehen.

Besucher können nicht hinter aller Mauern blicken

Die Teilnahmemöglichkeit gilt auch für die Unternehmen aus Gewerbegebieten wie der Altheimer Straße und am Bauhof. Als Datum für die Berechnung des 40-jährigen Jubiläums gilt die offizielle Ausweisung des Gebiets als Industriegebiet 1972, obwohl dort schon zuvor – etwa mit der Schreinerei Fäth – Gewerbe siedelte. Dass die Besucher nicht hinter die Mauern jedes Unternehmens blicken können, hat größtenteils nichts mit Heimlichtuerei zu tun: Die „aap AG“ als Implantate-Spezialistin etwa kann keine Leute ins Innere lassen, weil diese Staub mitbrächten. Andernorts, wo es nicht ganz so steril zugehen muss, werden aber etliche Türen sperrangelweit offen stehen.

Erster Ansprechpartner der Interessengemeinschaft-Nord ist Helmut Schelter, erreichbar unter der Nummer: 06071/2771, E-Mail: design@schelter-atelier.de.

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