Landkreis investiert in Tagespflegeltern

Darmstadt-Dieburg ‐ Der Landkreis investiert 1,5 Millionen Euro jährlich in die Betreuung von Kleinkindern durch Tagespflegeeltern. Das hat der Kreistag mit einem einstimmigen Beschluss der Kindertagespflegesatzung entschieden.

Mit der Satzung sind Qualitätskriterien für die Betreuung ebenso festgelegt wie finanzielle Konditionen“, so Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Damit erhielten nicht nur die Eltern, sondern auch die Tagespflegepersonen mehr Klarheit und Sicherheit. Ziel sei es, so Lück, vor allem die Betreuung für Kinder unter drei Jahren weiter zu fördern. Potenzielle Tagespflegeeltern durchlaufen laut Satzung eine Ausbildung bei der Tageskinder-, Tageselternvermittlung (TTV) in Trägerschaft des Hausfrauenbunds und erhalten dann eine entsprechende Erlaubnis durch das Jugendamt. Für die Vermittlung ist wiederum die TTV Ansprechpartner.

Die Satzung, die am Donnerstag, 1. April, in Kraft tritt, legt darüber hinaus auch den Betrag fest, den Tagespflegeeltern für die Kinderbetreuung erhalten. Das Betreuungsgeld wird ihnen vom Landkreis überwiesen, die Eltern wiederum entrichten ihren Anteil für die Betreuung ihres Kindes an den Landkreis. Tagespflegepersonen mit Pflegeerlaubnis erhalten pro Kind und Betreuungsstunde rund drei Euro vom Landkreis. Zudem werden Beiträge für die Sozialversicherungen anteilig übernommen. „Tagespflegeeltern sollen zu ähnlichen wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten wie Erzieher in Kindertagesstätten“, erläutert die Erste Kreisbeigeordnete.

Gestaffelte Beiträge auch für Eltern mit kleinem Geldbeutel

Der Anteil der Eltern ist sozial gestaffelt und bemisst sich in vier Stufen nach ihrem Einkommen. Wer weniger als 15 000 Euro jährlich zur Verfügung hat, ist in der Lage, einen Antrag auf Beitragsbefreiung stellen. Bei den anderen drei Einkommensstufen richtet sich der Elternbeitrag nach der Anzahl der Stunden, die ihr Kind bei der Tagesmutter verbringt. Den geringsten Beitrag von 24 Euro im Monat zahlen Eltern mit einem Einkommen unter 30 000 Euro im Jahr, die ihr Kind bis zu 43 Stunden im Monat in die Betreuung geben. Der Höchstsatz liegt bei 581 Euro für Eltern, die mehr als 60 000 Euro jährlich verdienen und mehr als 193,5 Betreuungsstunden in Anspruch nehmen.

Mit den gestaffelten Beiträgen wollen wir für die Zukunft auch Eltern mit geringeren Einkünften die Möglichkeit geben, dass ihre Kinder qualifiziert betreut werden können“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Den jährlichen Ausgaben des Kreises stehen durch die Beiträge der Eltern rund 750 000 Euro Einnahmen gegenüber. Die Kinderbetreuungs-Satzung schafft damit die Grundlage zur Umsetzung des bundesweiten Gesetzes zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege.

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