Kooperation beim neuen Feuerwehrstützpunkt

Landkreis soll sich äußern

+
Die für ihren langjährigen Einsatzdienst geehrten Feuerwehrleute (oben) und die auf der Jahreshauptversammlung beförderten Wehrmitglieder (Bild unten).

Dieburg - Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr ging es neben Formalien auch um Grundsätzliches – etwa den Neubau des Stützpunktes im Süden der Stadt. Hier überraschte die Aussage des neuen Kreisbrandinspektors.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dieburg und des Fördervereins gab es erst mal Lob von Parlamentschef Harald Schöning. Die Stadtverordneten stellten immer wieder mit Freude fest, wie aktiv die Kräfte der Feuerwehr seien, und das trotz so mancher Unstimmigkeit. Schöning führte aus, dass im städtischen Etat größere Summen für diverse Ersatzbeschaffungen eingestellt seien. Aktuell werde für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses ein geeignetes Grundstück gesucht und mit den Grundstückseigentümern das Gespräch gesucht. Man warte auf eine Rückmeldung des Landkreises, um eine eventuelle Kooperation und die damit einhergehende gemeinsam genutzte Liegenschaft zu definieren.

Auch Bürgermeister Frank Haus drückte seine Freude über die große Zahl der Anwesenden aus. Er dankte Stadtbrandinspektor Carsten Hammer, dessen Stellvertreter Sebastian Habicht und allen Einsatzkräften für die nicht selbstverständliche Arbeit. Auch lobte er das Engagement des bisherigen Vereinsvorstandes, wenngleich dieser größtenteils nicht weiter kandidiere. Hinsichtlich des in der Öffentlichkeit wieder aufgekommenen Themas Neubau oder Sanierung des Feuerwehrhauses verkündete Frank Haus: „Die Würfel sind gefallen. Die Stadtverordneten haben festgezurrt, was passieren soll, und danach werde ich handeln.“ Auch der Bürgermeister appellierte an den Landkreis, man brauche nun konkrete Angaben, inwieweit eine Kooperation möglich sei. „Interessenbekundungen allein reichen uns nicht“, unterstrich er.

Kreisbrandinspektor Heiko Schecker, seit gut einem halben Jahr im Amt, griff die Neuerrichtung des Feuerwehrstützpunktes auf und sorgte für großes Erstaunen, als er verkündete, für ihn sei das Wort „Ausbildungszentrum“ in diesem Zusammenhang gestrichen. Er fügte an, dass es erforderlich sei, nicht nur eine Atemschutzstrecke in das möglicherweise gemeinsame Vorhaben zu integrieren. Vielmehr seien die Räumlichkeiten des Brandschutzamtes für 35 Mitarbeiter mittlerweile schlichtweg zu klein; es fehle an ausreichenden Besprechungs- und Stabsräumen, sodass er dem zu planenden Vorhaben die Überschrift „Gefahrenabwehrzentrum“ gebe. „Wir fangen bei Null an“, erläuterte er und verwies darauf, dass der Kreis nun mit Bedacht den langfristigen Betrieb aller erforderlichen Organe sicherstellen wolle und dementsprechend Konzepte erarbeitet werden müssten. Allein aus dem seitens des Kreises erforderlichen Umfang sei aus seiner Sicht ein Grundstück mit einer Infrastruktur erforderlich, die „nicht schon jetzt kuschelig ist“, sondern für die nächsten 50 Jahre ausreichend Reserven für Wachstum biete.

Der scheidende Stadtjugendfeuerwehrwart Florian Ahhy berichtete vom vergangenen Jahr und den Aktivitäten der 27 Jugendlichen (hiervon vier Mädchen). Als Höhepunkt nannte er diverse Fahrten und Ausflüge, die gemeinsam mit benachbarten Jugendfeuerwehren oder der Partnerwehr aus Häusern im Schwarzwald durchgeführt wurden. Der Sprecher der Ehren- und Altersabteilung, Reinhold Bormuth, berichtete von den Veranstaltungen im vergangenen Jahr; ein Todesfall sei zu beklagen.

Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Carsten Hammer zählte die Feuerwehr Ende Dezember ganze 124 Mitglieder. Diese gliedern sich in 80 aktive Einsatzkräfte, 17 Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung sowie 27 in der Jugendfeuerwehr. Insgesamt seien 5 849 Übungs- und Ausbildungsstunden absolviert worden, was 240 vollen Tagen entspricht. Die Feuerwehr wurde im Berichtsjahr zu 128 Einsätzen gerufen: 19 Brände, 78 Hilfeleistungen sowie 31 Fehlalarme. Hierfür wurden 2 220 Personalstunden ehrenamtlich erbracht.

Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?

Bei den Wahlen wurden Stadtbrandinspektor Carsten Hammer und sein Stellvertreter Sebastian Habicht mit großer Mehrheit wiedergewählt. Als Feuerwehrausschusssprecher bestimmte die Versammlung Christoph Mielke. Christian Resch, Markus Haas, Diana Weber und Christian Thomas sitzen nun im Feuerwehrausschuss. Zum Stadtjugendfeuerwehrwart wurde Lukas Siebart gewählt. Erik Marx ist nun Sprecher der Ehren- und Altersabteilung.

Zum Vereinsvorsitzenden wurde Steffen Acker gewählt, Phillipp Jansen ist sein Stellvertreter. Schriftführer sind Lars Sturmfels und Daniel Barth. Das Kassenwesen wird von nun an von Lorena Feigk betreut und die Öffentlichkeitsarbeit von Angela Bätzold. Zu den Beisitzern wurden Florian Feigk und Annette Thomas gewählt. (st)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare