Der Landrat kommt zurück

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Diese Jalousien gehen nicht mehr hoch: Die Kfz-Zulassung bleibt beim TÜV in der Frankfurter Straße angesiedelt. Landrat Klaus Peter Schellhaas mit Stadtverordnenten beim Rundgang im leer geräumten Kreishaus. Demnächst wir die Baustelle eingerichtet.

Dieburg - Erst das „Di“ auf dem Nummernschild und jetzt bekommt Dieburg sogar noch den Landrat zurück– wenn auch nur teilweise. Im Wechsel mit seinen Stellvertretern, Christel Fleischmann und Rosemarie Lück, wird er nach Fertigstellung des Kreishauses regelmäßig vor Ort sein. Von Lisa Hager

Dafür werden im Dachgeschoss Büroräume eingerichtet. Aber auch privat, so verriet Klaus Peter Schellhaas bei einer Informationsveranstaltung für Anwohner der Albinistraße am Donnerstagabend, würde er am liebsten nach Dieburg ziehen. „Das ist mein Wunsch“, sagte er.

Zumindest beruflich kann er sich den Wunsch nach längeren Aufenthalten in Dieburg erfüllen: Durchgängig wird nach Fertigstellung des Kreishaus-Umbaus immer einer der drei hauptamtlichen Kreisspitzen vor Ort sein. Schellhaas wird sich mit Lück und Fleischmann abwechseln. „Bei mir werden es um die zwei Tage pro Woche sein“, kündigte er an.

Bessere Akustik für hörgeschädigte Besucher

Der ehemalige Kreistagssitzungssaal im historischen Gebäude (1908 erbaut), das nach der grundhaften Sanierung das Haus der Volkshochschule werden soll, wird übrigens erhalten. Dort werden künftig Kreisausschüsse tagen. Das erfuhren die Stadtverordneten und Vertreter des Magistrats, für die Schellhaas vorab eine Führung durch den inzwischen leer geräumten Komplex organisiert hatte. „Da hängt auch noch das alte Dieburger Kreiswappen“, erinnerte der Landrat an alte Zeiten. Mit moderner Induktionstechnik ausgestattet soll der Sitzungssaal auch hörgeschädigten Besuchern eine bessere Akustik bieten.

Breiten Raum nahm nach der Vorstellung des Großbauprojekts die Verlegung der Albinistraße ein, die wegen der Einrichtung einer Baustraße notwendig wird. Darüber wird demnächst das Dieburger Parlament beraten.

250.000 Euro würde ein grundhafter Neubau des Straßenstücks kosten, das dann nördlich des kleinen Weihers – er ist als Teil des ursprünglichen Wehrgrabens denkmalgeschützt – vorbei führen würde. Ursprünglich wollte man die Straße nur während der Bauzeit verlegen. Inzwischen kam die Überlegung auf, ob es nicht sinnvoller wäre, sie dauerhaft auszubauen.

„Fifty-Fifty-Lösung“

Jetzt ist die Frage, wer die Kosten übernimmt. „Ich kann es den Bewohnern der anderen Kreiskommunen nicht vermitteln, wenn ich in Dieburg auf Kreiskosten eine Straße bauen würde“, warb der Landrat für seine „Fifty-Fifty-Lösung“ mit der Stadt. Sollte es zu einer Dauerverlegung kommen, würde der Bereich der früheren „Kreishauskurve“ der Albinistraße begrünt werden und nach Meinung von Schellhaas den Neubau optisch erheblich aufwerten. „Davor wird niemand mehr parken, das kann ich ihnen versprechen – auch der Landrat nicht“, sagte er augenzwinkernd.

Auch eine Art Verkehrsberuhigung verspricht sich Schellhaas von dem Plan für die eh schon gebeutelten Anwohner der Albinistraße, von denen rund 25 der Einladung gefolgt waren. Klagen über die Zweckentfremdung der Albinistraße als schnelle Nord-Süd-Verbindung musste er allerdings an den Chef der örtlichen Straßenverkehrsbehörde, Bürgermeister Dr. Werner Thomas, weitergeben. Dieser versicherte noch einmal, dass laut Verkehrszählung die Fahrzeuge nach der Entfernung der blockierenden Granitsteine nicht mehr geworden wären. Das bezweifelten die Bürger allerdings. „Wir können gerne noch einmal messen“, so Thomas.

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