In schwierigen Zeiten habe der Amtsinhaber den Kreis voran gebracht / „Freue mich auf Wahlkampf“

SPD bleibt auf Schellhaas-Kurs

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Dieburg -  Derzeit ist viel die Rede vom Landratskandidaten der CDU, dem parteilosen Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Von Lisa Hager 

Gestern meldete sich die SPD zu Wort: Sie nominiert am kommenden Dienstag Amtsinhaber Klaus Peter Schellhaas zum Landratskandidaten der Sozialdemokraten.

Die Sozialdemokraten im Landkreis – Unterbezirk und Kreistagsfraktion – setzen weiter auf den amtierenden Landrat Klaus Peter Schellhaas (53). „Wir wollen, dass er seine erfolgreiche Arbeit für den Landkreis fortsetzt und werden ihn am kommenden Dienstag in einer Sitzung des Kreisvorstandes unserem Unterbezirksparteitag im November zur Wiederwahl vorschlagen“, kündigt der SPD-Vorsitzende im Landkreis, Patrick Koch, gestern an.

Die Spitzen der Landkreis-SPD waren am Freitag in Darmstadt bei einem Besuch des SPD-Landesvorstandes mit dem hessischen SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel zusammengekommen. Auch die Landes-SPD unterstützt eine erneute Kandidatur von Schellhaas, der seit 2009 Landrat ist.

"Haushaltskonsolidierung ist guter Weg"

„Schellhaas hat in schwieriger Zeit den Landkreis erfolgreich weiter auf Kurs gehalten“, ist Koch ebenso überzeugt wie die Kreistagsfraktionsvorsitzende, die Roßdörfer Bürgermeisterin Christel Sprößler. „Die Haushaltskonsolidierung ist im Landkreis auf einem guten Weg, der Landrat und seine Verwaltung werden die Finanzsituation aus eigener Kraft in den Griff bekommen – ohne die Schutzschirm-Gelder des Landes Hessen“, kündigen die Sozialdemokraten an. Zudem habe Schellhaas unter anderem im Gesundheitswesen und beim Breitbandausbau, der den Landkreis mit schnellem Internet versorgen wird, landesweit beachtete Akzente gesetzt: „Unsere Kreiskliniken und damit die Gesundheitsversorgung der Menschen in unserer Region wird unter der Regie von Landrat Schellhaas fit gemacht für eine gute Zukunft und unser Landkreis wird durch das schnelle Internet zu einem attraktiven Standort für Wohnen und Arbeiten weiterentwickelt“, würdigen Koch und Sprößler das Engagement des Landrats.

Die Kandidatur des parteilosen Dieburger Bürgermeisters „auf CDU-Ticket“ sei insofern überraschend, als dass es der CDU im Kreis erneut nicht gelungen sei, einen Kandidaten aus den eigenen Reihen ins Rennen um das Landratsamt zu schicken. „Jetzt startet die CDU mit einem Kandidaten, der in Dieburg bereits zweimal CDU-Bewerber um das Bürgermeisteramt deklassiert hat – ein beachtlicher Vorgang“, bewerten die Sozialdemokraten die Kandidatur des parteilosen Bürgermeisters aus der ehemaligen Kreisstadt. Dessen Äußerungen zur Finanzlage des Kreises zeugten zudem von einer bemerkenswerten Unkenntnis der Gegebenheiten in der Kreispolitik, meinen die Sozialdemokraten.

Hoffen auf einen fairen Wahlkampf

Landrat Schellhaas selbst setzt in einem Gespräch mit dem DA über die Kandidatur des Dieburger Bürgermeisters, den er persönlich sehr schätze, auf einen fairen Wahlkampf. „Wir haben bislang gut zusammengearbeitet und einiges bewegt“, sagte Schellhaas gestern. Als Beispiele nannte er die Ansiedlung von Fiege und die Sanierung des Kreishauses samt Straßenverschwenkung.

Für ihn sei es seine vierte Direktwahl, als Bürgermeister, dann als Landrat, so Schellhaas. Deshalb gehe er mit einer gewissen Gelassenheit in den Wahlkampf. „Auch weil meine Bilanz gut ist“, ergänzt er. Und was die Finanzen angehe, deren Konsolidierung jetzt Thomas schon ins Auge fasst, könne man einen städtischen Haushalt mit dem weit komplexeren eines Landkreises nicht vergleichen, sagt er. „Die Zahl der Aufgaben, die nicht gegenfinanziert sind, ist im Kreis ungleich höher“, gibt er zu bedenken.

Insgesamt freue er sich auf den Wahlkampf, auf eine sachliche Auseinandersetzung, in der aber auch deutliche Akzente gesetzt werden müssten.

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