Aktion Laufbus für Erstklässler

Ohne Mamataxi in die Schule

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So soll es sein: Gemeinsam in die Schule laufen.

Dieburg - Für Lehrer und Schulleiter ist das Problem ebenso bekannt, wie schwer zu beseitigen: Täglich stauen sich vor der ersten Stunde die Autos der Eltern, die ihre Sprösslinge bis vors Schulhoftor fahren. Von Corinna Hiss

Ungeahnt ob ein paar hundert Meter weiter ein Parkplatz ist, wo die Kinder bequem rausgelassen werden können oder ob das Elternhaus nur wenige Gehminuten von der Schule entfern ist – die sogenannten Mamataxis sorgen morgens für Verkehrschaos und Unmut.

Um dem entgegenzuwirken hat nun die Stadt Dieburg in Kooperation mit der Marienschule und der Gutenbergschule die Aktion Laufbus ins Leben gerufen. „Wir machen es uns zum Ziel, dass die Kinder wieder zur Schule laufen, anstatt gefahren zu werden“, erklärt Bürgermeister Dr. Werner Thomas das Konzept. Und auch Lothar Oberle, Rektor der Marienschule, und Silke Werner-Lehr, Schulleiterin an der Gutenbergschule, sind sich einig: Der gemeinsame Weg morgens und nach Schulschluss macht Spaß, ist gesund und sogar noch umweltfreundlich.

Laufbus in zweiter Schulwoche

In der zweiten Woche nach den Ferien (15. bis 19. September) sind die rund 60 neuen Erstklässler also dazu aufgerufen, nicht ins Mamataxi zu steigen. Stattdessen werden feste Haltestellen an verschiedenen Orten in der Stadt mit Schildern markiert, an denen sich alle treffen können. Unter Begleitung von Erwachsenen kann sich dann die Gruppe – der Laufbus – in Bewegung setzen.

„Bei den Haltestellen und dem Laufweg haben wir darauf geachtet, dass wir möglichst viele Kinder mitnehmen können“, sagt Silke Werner-Lehr. Für die Kinder der Gutenbergschule gibt es eine Laufbus-Strecke. Sie beginnt in der Nähe der Kita Muggelburg in der Aubergenviller Allee und zieht sich durchs Neubaugebiet, vorbei am Hassia-Gelände und durch die Hügelstraße. Für die Marienschule sind sogar zwei Routen vorgesehen. Die erste beginnt am Heidenstock und führt über die Albert-Schweitzer-Straße und Ringstraße. Dabei wird die vielbefahrene Groß-Umstädter Straße gekreuzt. Strecke zwei ist für Kinder aus dem Komponistenviertel, die später auch auf die Ringstraße führt. Für den Laufbus zur Gutenbergschule haben sich bereits genügend Eltern gefunden, für die Strecke am Heidestock zur Marienschule weden noch Freiwillige für den Rückweg am Dienstag und Donnerstag gesucht.

Die Aktion ist im Landkreis einmalig und soll von nachhaltigem Charakter sein. Nachdem die Kinder eine Woche lang in Begleitung gelaufen sind, können sie danach selbständig zur Schule gehen. Es gibt dann auch eine Belohnung für diejenigen, die viele Stempel in ihrer Laufbus-Sammelkarte bekommen haben.

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