Leckeres und Heilendes aus der Natur

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Die Brennnessel als Nahrungsmittel enthält viele Nährstoffe. Die Biologin Dr. Gabriele Kothe-Heinrich zeigt, wie man sie richtig erntet und erklärt den Besuchern die Eigenschaften der Pflanze.

Dieburg - Für manche Gartenliebhaber sind sie störend im Ziergarten und werden mit allen erdenklichen Mitteln bekämpft. Doch Wildkräuter sind durchaus nützlich und bekömmlich. Von Sebastian Kniza

In ihnen steckt mehr Potenzial als man zunächst vermutet. Ob als Gewürz, Heilpflanze oder als Nahrungsmittel - Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Bärlauch, Gänseblümchen, Labkraut und Vogelmiere sind unglaublich vielfältig und fast vor jeder Haustür zu finden. Wie man Wildkräuter bestimmt, wo man sie findet und wie sie verarbeitet, zeigte die Biologin Dr. Gabriele Kothe-Heinrich bei der Käuterwanderung des NABU Dieburg den interessierten Besuchern anschaulich.

Der NABU hatte für die Veranstaltung das Motto „Hexenküche - die Magie der Kräuter“ gewählt.

Die beliebte und informative Kräuterwanderung mit Kothe-Heinrich fand am Sonntag zum fünften Mal statt. Vom NABU-Garten im Großwiesenweg ging es in die Umgebung, wo viele Wildkräuter zu finden waren. Für die Besucher bekannte und weniger bekannte Wildkräuter wurden bestimmt, erfühlt und ihre Geruchs- und Geschmackseigenschaften erprobt.

Der Löwenzahn gilt als Lebensmittel mit entschlackender Wirkung.

Doch nicht nur die Nutzung der Pflanzen, sondern auch deren kulturgeschichtlichen Hintergrund erklärte Kohte-Heinrich sehr genau. Beispielsweise wurden früher Kräuter zur Vorhersage des Wetters, als Glückbringer, als Heilmittel und zur Vorbeugung von Krankheiten angewandt. Das Magische steckt der Überlieferung nach in vielen Kräutern. Kräuter mit halluzinoider Wirkung werden als „Hexenkräuter“ bezeichnet. Manches daran ist historischer Aberglaube, einiges ist natürliche Kräutermedizin, die auch heute noch wirkt.

Brennnessel als großer Nährstofflieferant

In der heutigen Zeit überzeugen etwa die Brennnessel als großer Nährstofflieferant, das Johanniskraut als Beruhigungsmittel, die Scharfgarbe zur Stillung von Blutungen, das Gänseblümchen als Salat aus den Blättern, Holunder gegen Erkältung, Brombeertee gegen Durchfall, der Löwenzahn als Lebensmittel mit entschlackender Wirkung und der Gundermann als aromatisches Gewürz.

Der Speiseplan und Heilmittelvorrat der Natur ist reichhaltig und preiswert. Vorsicht ist bei manchen Kräutern geboten, die im Jahresverlauf Gifte entwickeln.

Einige Kräuter sollten deshalb nur saisonal gesammelt werden, rät die Biologin. Nach all der Theorie um die Wildkräuter, gab es für die Gäste zum Abschluss der Wanderung im NABU-Garten eine selbstgekochte Brennnessel-Giersch-Löwenzahn Suppe aus dem Feuertopf. Die gemütliche Lagerfeueratmosphäre und die Köstlichkeiten wie Kräuterquark und selbstgemachte Säfte verwöhnten die zahlreichen Besucher und luden zu anregenden Gesprächen ein.

Am Samstag, 21. April, hat der NABU Dieburg einen Infostand bei der Pflanzenbörse am Marktplatz. Der nächste Veranstaltungshöhepunkt für Naturliebhaber ist die Vogelstimmenwanderung am Sonntag, 6. Mai, um 7 Uhr, Treffpunkt ist im NABU-Garten am Großwiesenweg.

Quelle: op-online.de

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