2. Revival des Dieburger Dreiecksrennens am 22. August

Legende lebt und bebt

Offenbach-Post

Dieburg - (lho) Spätestens als das Zwerchfell von Bürgermeister Dr. Werner Thomas beim 1. Revival des Dieburger Dreiecksrennens vor vier Jahren von alleine zu vibrieren anfing, hatte der wummernde Zauber der alten Motorräder selbst den passionierten Radfahrer erfasst.

Und auch beim 2. Revival, am 22. August, wenn sich einhundert historische Rennmotorräder und -gespanne der Baujahre bis 1976 auf die Originalstrecke des legendären Rennens begeben werden, wird nicht nur den Augen einiges geboten werden. Nicht umsonst lautet der Titel, den die Organisatoren des Dieburger Automobil- und Motorradclub (AMC) ihrer Veranstaltung geben: „Die Legende bebt erneut“.

Von 1948 bis 55 veranstaltete der in Darmstadt ansäßige Motorsport und Touring Club Starkenburg die legendären Dieburger Dreiecksrennen, dann war aus verkehrstechnischen Gründen Schluss. Und beinahe hätte die Verkehrssicherheit auch dem Revival 2009 den Garaus gemacht. Als äußerst knifflig erwies sich die Aufgabe, die Anforderungen der Ämter betreffs der Sicherheit der Zuschauer zu erfüllen. 18 000 Euro hätte es die Organisatoren gekostet, die gesamte Dreiecksstrecke mit schützenden Absperrzäunen zu flankieren. Schließlich einigte man sich darauf, dass bei den insgesamt zirka zwei Kilometer langen Waldstrecken eine Absicherung mit Flatterband ausreicht. Nun galt es nur noch eine Summe von rund 10 000 Euro für die Barrieren aufzubringen. Dank Sponsoren und dem Eintritt von 2 Euro pro Zuschauer (der Kauf eines Eintrittsmärkchens entlang der Rennstrecke ist freiwillig) eine Summe, die die Organisatoren stemmen können.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen für Motorradfahrer und Zuschauer sind Pace Cars, die vor den Maschinen herfahren und eine zu hohe Geschwindigkeiten vermeiden, denn schließlich geht es beim Revival des Dreiecksrennens nicht um Bestzeiten, sondern darum, die historischen Motorräder zu präsentieren.

In vier Läufen werden die Zuschauer entlang der Dreiecksstrecke - die Veranstalter rechnen mit bis zu 15 000 Menschen - das Wummern der Motoren und das Blinken der polierten Maschinen auf sich wirken lassen können.

Dabei gehen beim ersten Lauf um 14.15 Uhr noch nicht die Stars der Renngeschichte auf die Strecke, sondern historische Straßenzugelassene Motorräder, die ebenfalls bis zum Jahr 1976 aus den Werkstätten rollten. Für den Lauf der Rennmotorräder aus den Jahren 1956-1976, der um 15 Uhr gestartet wird, liegen bereits jetzt ausreichend Anmeldungen vor - 75 Maschinen werden in dieser Kategorie zu bestaunen sein. Noch historischer wird es dann um 15.40 Uhr, wenn die zweirädrigen Veteranen der Baujahre bis 1955 ihre Motoren anwerfen. Die bisher gemeldete älteste Maschine in dieser Kategorie stammt aus dem Jahr 32, es werden aber noch weitere Anmeldungen angenommen. Insgesamt sollen hier 50 Schmuckstücke an den Start gehen. Und schließlich wird um 16.20 Uhr der Kurs für die Renngespanne freigegeben, 25 Mottorräder und Beiwagen, die bis 1976 gebaut wurden, drehen dann ihre Runde.

Ab 10 Uhr morgens kann man bereits im Fahrerlager, das auf dem Gelände der Mercedes Benz Niederlassung an der „Spieß-Kreuzung“ eingerichtet ist, die volle Pracht der Motorradveteranen in Augenschein nehmen und den Schraubern beim Vorbereiten ihrer Maschinen über die Schulter schauen. Auf der Händlermeile, die sich entlang der Altstadt Richtung Zuckerstraße zieht, sind zudem die historischen Straßenmaschinen zu begutachten, die für den Lauf um 14.15 Uhr nach Dieburg gekommen sind. Sämtliche Rennmaschinen und -gespanne sowie ein Teil der Straßenmaschinen werden vor dem Start des Dreicksrennens von einem Experten vorgestellt.

Ein echter Experte in Sachen Dreiecksrennen ist am 22. August ebenfalls dabei: Der inzwischen 92-jährige ehemalige Rennleiter der Original-Rennen, Gustav Petermann, wird als Beifahrer im Pace Car das Feld der Rennmaschinen anführen und so live dabei sein, wenn die Legende erneut bebt.

Mehr zum Dieburger Dreiecksrennen unter http://www.dieburgerdreiecksrennen.de.

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