Lernen in hellen Landschaften

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Offene Klassenräume mit viel Spielraum für sich stetig wandelnde Teamarbeit bieten die neuen Lernlandschaften des LGS-Traktes für den Fachbereich Sozialpädagogik.

Dieburg - Die Gäste, die zur Einweihungsfeier gekommen waren, staunten nicht schlecht: Das mit Passivhauselementen grundhaft energetisch sanierte Atriumgebäude der Landrat-Gruber-Schule – es wurde 1970 erbaut – hat sich zu einem der fortschrittlichsten Bildungseinrichtungen der Region gemausert. Von Lisa Hager

Den Grundstein für diese Wandlung hatte schon der frühere Schulleiter Dieter Staudt, ein gelernter Architekt, gelegt. Und so war es konsequent, dass dessen Nachfolger Thomas Reinholz ihn besonders begrüßte.

Eine Dame mit erstaunlichen Kurven schaut von der Empore huldvoll auf die Gäste der offiziellen Einweihung des Atriumgebäudes der Landrat-Gruber-Schule.

Brandschutz, Wärmeschutz, Technik, Klima, ein komplett neues Raumkonzept: In dem Gebäude ist nichts mehr wie es war. „Die alten Fluchtbalkonanlagen beispielsweise waren eine energetische Todsünde“, sagte Kreisschuldezernent Christel Fleischmann. Stattdessen hat das Gebäude jetzt eine vorgehängte Fassade mit integriertem Sonnenschutz in einer Farbe, die ihm schon die Bezeichnung „das rote Haus“ eingebracht hat. „Alle Schulen im Kreisgebiet sollen nach und nach energetisch saniert werden“, versprach Fleischmann den Chefs der benachbarten Schulen, die beim Rundgang glänzende Augen bekamen.

Die Grundrisse wurden optimiert

Beim Atriumgebäude wurde nicht gekleckert: Sanierung und Umbau auf einer Bruttogrundfläche von 3818 Quadratmetern haben rund 6,4 Millionen Euro gekostet. Die Grundrisse wurden optimiert, der kleine Innenhof mit einer nach Norden ausgerichteten Dachkonstruktion in die Raumnutzung einbezogen: Hier entstand ein helles, hohes „Bistrot“ – in Anspielung auf die alles beherrschende Farbe. Die Besonderheit der Architektur und spezielle Schallschutzmaßnahmen sorgen für eine gute Akustik. Dort servierten die Hauswirtschaftssschüler der LGS den Gästen ein Büffet, das die Note eins verdiente.

Das Raumprogramm des neuen Gebäudes umfasst neben technischen Einrichtungen unter anderem 14 Unterrichtsräume, zwei Werkstätten, vier Besprechungsräume, einen Musik- und Theaterraum, eine Bibliothek, eine Lehrküche sowie Versammlungs-, Besprechungs- und Medienräume.

Beeindruckend das neue Lernkonzept, das sich in ungewöhnlichen Unterrichtsräumen niederschlägt. Starre Klassenstrukturen sind aufgebrochen. Aufgaben sollen in wechselnden Gruppen gelöst werden – ein Abbild der späteren Arbeit in den Kitas, die von kreativer Teamarbeit lebt.

Allerdings konnte der neue Trakt, der seit elf Monaten in Betrieb ist, aufgrund fehlender Elektronik und Einrichtung, nur teilweise genutzt werden. Diese negativen Randerscheinungen aber sind Vergangenheit.

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