Lernen in der Mehrzweckhalle

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Zum Schuljahrsbeginn nicht fertig geworden ist der Neubau der Landrat-Gruber-Schule.

Dieburg - Zum Endspurt setzten gestern die Handwerker in der Marienschule an. Schließlich sollen die Grundschüler am Montag in ein frisch renoviertes Schulgebäude zurückkehren können. Von Laura Hombach

Während noch ein letztes Mal Pinsel und Kelle geschwungen wurden, konnte die Schulleitung schon entspannt dem Schulbeginn entgegenblicken. Alle Fächer und Klassen sind mit Lehrern abgedeckt und die 51 Erstklässler auf drei Klassen aufgeteilt, informiert Konrektorin Dorothée Koser.

Auch Birgit Schmidt-Walter, Schulleiterin der Gutenbergschule, sieht dem Schuljahresstart gelassen entgegen. 62 Erstklässler werden hier für das kommende Schuljahr erwartet und auf drei Klassen verteilt. Das Lehrerkollegium ist komplett. Einziger Wermutstropfen ist die schon seit langem beklagte Raumnot. Zwar wurde kürzlich beschlossen, die Schule neu und mit mehr Raum zu bauen (der DA berichtete), bis es soweit ist, werden aber wohl noch mindestens anderthalb Jahre ins Land gehen.

Auch die Container für die Alfred-Delp-Schule sind nicht wie geplant komplett aufgestellt worden. Nun herrscht Raumnot.

Etwas gedulden mit dem Umzug müssen sich auch die Schüler der „grünen Berufe“ der Peter-Behrens-Schule in Darmstadt. Der Neubau, der die Unterbringung des neuen Fachbereichs an der Landrat-Gruber-Schule (LGS) ermöglichen soll, ist nicht zum Schuljahresbeginn fertig geworden. Der stellvertretende Schulleiter der LGS, Peter Farr, rechnet damit, dass nach den Herbstferien der Unterricht in dem neuen Gebäude beginnen kann. Bis dahin bleiben die Schüler in Darmstadt, ein Teil der LGS-Lehrerschaft muss zum Unterrichten nach Darmstadt pendeln. „Die dafür notwendigen Fahrtzeiten haben wird beim Erstellen der Stundenpläne berücksichtigt“, so Farr. Die Personalsituation an der LGS sei befriedigend. Alle Stellen konnten besetzt werden. Zwar hätte es Engpässe gegeben, aber diesen begegnet die Schule mit Flexibilität. Flexibilität und Engagement sind auch ausschlaggebende Faktoren dafür, dass die Schulleitungen von Goethe- und Alfred-Delp-Schule (ADS) dem neuen Schuljahr mit einem vollständigen Lehrerkollegium entgegenblicken können. „Ich habe die Besetzung der freien Stellen seit Februar als meine Hauptaufgabe angesehen“, erklärt ADS-Schulleiterin Renate Stiebing. 320 neue Schüler kann das Oberstufengymnasium in der Jahrgangsstufe 11 begrüßen. Um auch die naturwissenschaftlichen Fächer, bei denen Lehrer im Moment Mangelware sind, zu besetzen, wurden ehemalige Lehrer wieder aus der Pension geholt oder ehemalige Schüler, die nun ein entsprechendes Studium absolvieren, eingespannt.

Eine Maßnahme, auf die auch in der Goetheschule schon seit einigen Jahren zurückgegriffen wird. „Ohne die Pensionäre kommen wir nicht aus“, erklärt Schulleiterin Annegret Schnitzke-Haas. Zudem sind an der Goetheschule 14 Referendare im Einsatz. „Wenn man Lehrer braucht, dann muss man auch ausbilden.“Bei uns haben alle einen Klassenraum und einen Klassenlehrer“, sieht die Schulleiterin dem Montagmorgen gelassen entgegen.

An der ADS herrscht Raumnot

Nicht ganz so entspannt startet ihre Kollegin von der ADS in das neue Schuljahr. Auch wenn das Personalproblem gelöst ist, hapert es doch an dem für die Schüler nötigen Raum. Fünf Container hatte der Landkreis der Schule zur Überbrückung der Raumnot für das neue Schuljahr zugesagt. Drei davon sind allerdings erst aufgestellt, der Innenausbau ist nicht fertig, wann die Container bezugsfertig sind, dafür hat Stiebing keine konkrete Terminzusage.

Wir sind sehr unglücklich über diese Situation“, so die Schulleiterin. Bis die Container fertig sind, müssen wohl drei Gruppen gleichzeitig in der Mehrzweckhalle unterrichtet werden. „Die müssen dann sehr leise sein, damit sie sich nicht gegenseitig stören“, so die Schulleiterin. Seit drei Jahren wartet die ADS bereits auf einen Anbau, mit Blick auf das Jahr 2011, wenn mit den G8 und G9 Schülern gleich doppelte Jahrgänge auf die ADS wechseln wollen, wird das Problem umso drängender. Doch hier ist Stiebing zuversichtlich, dass der Anbau bis dahin steht und auch im Hinblick auf die Behelfsräume bringt sie fürs neue Schuljahr noch einmal Optimismus auf: „Ich hoffe, dass die Container in zwei Wochen fertig sind!“.

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