Lesestoff aus Bits und Bytes

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Astrid Storck (l.) führte Leser in die „Onleihe“ ein.

Dieburg (jd) ‐ „Zukunft ist das, was meist schon da ist, wenn man es bemerkt“, sprach Annette Rüth, Leiterin der Dieburger Stadtbibliothek, am Mittwochabend fast schon philosophisch. Dem Schöngeistigen Rüths war harte praktische Arbeit des Bibliotheks-Teams, das zudem aus Astrid Storck, Tanja Weber und Gabi Fuchs-Handwerker besteht, vorausgegangen: Dieburg gehört nun zum „OnleiheVerbundHessen“.

„Onleihe“ ist eine Kreation aus „Online“ und „Ausleihe“ – und exakt darum geht es. Der „OnleiheVerbundHessen“ ist ein Zusammenschluss von bisher 17 öffentlichen Bibliotheken in Hessen. Der Verbund bietet die Möglichkeit, elektronische Medien wie eBooks, ePapers, aber auch eAudio und eVideo vom heimischen Computer aus per Internet auszuleihen, und zwar an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr.

Die teilnehmenden Bibliotheken verfügen über ein Angebot von rund 12 000 Medien, die regelmäßig aktualisiert werden. Das Projekt wird mit 173 500 Euro aus Mitteln des Kommunalen Finanzausgleichs des Landes Hessen gefördert und von der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken an der Landesbibliothek Wiesbaden koordiniert und betreut. Der OnleiheVerbundHessen startet mit einer Laufzeit von drei Jahren und ist auf Städte mit bis zu 200 000 Einwohnern beschränkt.

Bibliothek hat Kapazitätsgrenze erreicht

„Onleihe“ gehe nicht auf „einen Stadtverordnetenbeschluss“ zurück, sagte Bürgermeister Dr. Werner Thomas bei der Präsentation des Projekts, zu dem mehrere Dutzend Stammleser und lokale Prominenz gekommen waren. Vielmehr sei es das Ergebnis der im vergangenen Jahr ausgezeichneten Bibliothek. Das Preisgeld von damals habe zur Folge gehabt, dass die Stadtverordneten keine Mittel hätten locker machen müssen.

Das Okay des Magistrats zur derartigen Verwendung des Gelds habe ausgereicht. Ein Nutzerausweis und ein Computer mit Internet-Zugang sind die einzigen Voraussetzungen, die der Leser zur Nutzung der „Onleihe“ braucht. In der Bibliothek hat sich durch die „Onleihe“ physisch nichts verändert, da der zusätzliche Lesestoff in Bits und Bytes vorliegt. Was laut Thomas auch gut so ist: „Die Bibliothek ist an ihrer räumlichen Kapazitätsgrenze angelangt. Da kann man nur noch Computer-Chips zwischen die Ritze stecken“, scherzte der Bürgermeister. Auf der Internetseiteder Stadtbibliothek findet sich der Navigationspunkt „OnleiheVerbund“, über den man an das neue Ausleihangebot kommt. Die Mitarbeiterinnen erklären künftigen Onleihern in der Bibliothek aber auch gerne persönlich, wie sie an den Lesestoff aus Bits und Bytes gelangen.

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