Letzter Winter mit Flickenteppich?

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Einer Holperstrecke mit Hindernisparcours gleicht die Groß-Umstädter Straße.

Dieburg (jd) - Wenn auf der einen Seite Stillstand herrscht, kann das auf der anderen Seite Fortschritt bedeuten. Der Bau des - endgültigen - „Marien-Kreisels“ an der Ecke Frankfurter Straße/Minnefeld erst einmal aufgeschoben.

Ganz einfach, weil Zuschüsse wegen der bisherigen Verzögerungen (Ölfund) anderweitig vergeben worden waren. Dafür planen das Dieburger Bauamt und der Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr, eine andere Straßenbau-Maßnahme früher als geplant zu realisieren: die grundhafte Erneuerung der Groß-Umstädter Straße. Schon 2012 könnte Baubeginn in der mehr als 800 Meter langen Straße sein, die natürlich Stück für Stück, Teilsperrung für Teilsperrung, erneuert werden muss. Der nächste Winter könnte dennoch der letzte sein, in dem die Fahrer insbesondere im südlichen Bereich der Straße einem Schlagloch nach dem anderen ausweichen müssen.

Erste Papiere in Ausschusssitzung präsentiert

Das Vorhaben befindet sich aktuell in der Vorplanung. Jörg von Mörner (Planungsbüro von Mörner + Jünger, Darmstadt) arbeitet mit dem Dieburger Bauamt um den in dieser Angelegenheit federführenden Michael Dingeldey eng zusammen, präsentierte am Montagabend in der Ausschusssitzung erste Papiere.

In die Pläne, die Auskunft über Fahrbahnbreiten, Verschwenkungen, Parkplätze und einiges mehr Angedachte geben, waren bereits Anregungen der Ausschussmitglieder eingeflossen, die sich zwei Tage zuvor mit von Mörner und Dingeldey ein Bild vor Ort gemacht hatten.

Das Wichtigste: Der Fahrbahnbelag wird komplett erneuert, „grundhaft“ eben, mit Beseitigung aller Löcher, Hügel und Flicken, die aktuell auf manchem Stück der Straße eine Slalomfahrt herausfordern. Zwiespalt jedoch: Durch die dann bessere Straße und die bald eröffnete Unterführung wird die Süd-Nord- beziehungsweise Nord-Süd-Durchfahrung Dieburgs attraktiver. Der Verkehrsfluss in der Groß-Umstädter Straße dürfte also weiter zunehmen - schon jetzt rollen dort täglich rund 10.000 Fahrzeuge entlang.

Hindernisse für Autofahrer

Also werden kleine Hindernisse für Autofahrer in die neue Groß-Umstädter Straße eingeplant - um etwas Tempo aus den Fahrten herauszunehmen und die Querung vor allem für Fußgänger und Radfahrer zu erleichtern.

Gleich nach Einfahrt nach Dieburg ganz im Süden der Straße soll (unweit des „Polizei-Kreisels“) eine „Pflanzinsel“ errichtet werden - bremsende Wirkung und „optische Aufwertung“, wie es Jörg von Mörner formulierte. Im weiteren Verlauf wird das Lenken der ansonsten schnurgeraden Straße noch zweimal notwendig: Zwei Verschwenkungsinseln sind in der Vorplanung enthalten. Die erste befindet sich südlich der Johann-Sebastian-Bach-Straße auf der Höhe, wo ein kleiner Fuß- und Radweg nach Westen gen Rinkenbühl durchsticht. Die zweite Verschwenkung entstünde etwas südlich der Einmündung in die Ringstraße.

Die genaue Platzierung steht wie viele weitere Details noch unter Vorbehalt. Der Ausschuss sprach am Ende der Sitzung am Montagabend dennoch schon seine Beschlussempfehlung aus, das Parlament möge der Vorplanung doch zustimmen. Nur Friedel Jakob (CDU) war dagegen.

Wegfall von drei bis vier Parkplätzen

Uneins waren sich die Christdemokraten auch darin, inwiefern der Wegfall von wohl drei bis vier Parkplätzen im Zuge der Neugestaltung tragisch sei. Während die anderen Ausschussmitglieder der Fraktion sich damit abfinden konnten, kämpfte Godehard Hagn vehement für den Verbleib „jedes einzelnen Parkplatzes“.

Klargestellt wurde durch von Mörner außerdem, dass die Fahrbahn auf beiden Seiten einen je einen Meter breiten Schutzstreifen erhalten und einige Meter vor der „Spieß-Kreuzung“ in der sanierten Fassung enden soll. Wo sich Tankstelle, Autohaus und evangelische Kirche befinden, soll künftig - wie bereits bekannt - ebenfalls ein Kreisel errichtet werden.

Zebrastreifen werde die neue Groß-Umstädter Straße mangels Wohlwollen bei den genehmigenden Stellen wohl keine bekommen, war durch von Mörner außerdem zu erfahren. Weiterhin ist noch nicht sicher, ob die Busse in eigenen Buchten oder auf der Straße halten sollen. Die zweite Variante würde den Verkehr wie Inseln/Verschwenkungen ebenfalls entschleunigen.

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