Lichter in bedrängter Zeit

Prozession am Vorabend des Fests Mariä Geburt

+
Seit jeher ziehen Gläubige am Vorabend der „Großen Wallfahrt“ bei der Lichterprozession durch die Dieburger Innenstadt.

Dieburg - Einheimische und Pilger von außerhalb feiern rund um das Fest Mariä Geburt ihren Glauben mit einer Lichterprozession und vielen Gottesdiensten rund um die Gnadenkapelle. Von Stefan Scharkopf 

Das Licht gilt als Symbol Gottes und seines Mensch gewordenen Sohns. Es steht für das Gute, die Finsternis für das Böse. Tausende von Kerzen als Zeichen des Glaubens erhellten den Weg der Gläubigen durch die Nacht. Am Vorabend des Fests Mariä Geburt gibt es seit jeher eine Lichterprozession durch die Innenstadt, über Lautsprecher sind auf dem Weg Fürbitten und Gebete zu hören. Der feierliche Zug durch Dieburg gilt als einer der Höhepunkte der Wallfahrtstage im September und leitet die „Große Wallfahrt“ ein. Der Prozession am Donnerstag ging ein Festgottesdienst voraus, in dem Pfarrer Alexander Vogl Dr. Alois Kothgasser aus Salzburg begrüßte. Der Alt-Erzbischof war der Hauptzelebrant auf dem Außenaltar. Ein Gruß ging unter anderem auch an die Pilger aus Kirchzell. Gläubige aus der Odenwälder Gemeinde pilgern seit 387 Jahren zur Pietá nach Dieburg.

Die Predigt des Erzbischofs handelte von den „Sieben Schmerzen Mariens“, von der Weissagung Simeons bis zur Grablegung Jesu. In seiner Erklärung der einzelnen Stationen ging er auf aktuelle Themen ein, zog etwa analog der Flucht aus Ägypten Parallelen zu Flucht heute und sprach allgemein von einer „Zeit der Bedrängnis“. Mit Kerzen in den Händen zogen die Gläubigen nach dem Gottesdienst vom Wallfahrtsplatz aus durch die Innenstadt.

Das Media-Team des Seniorenbeirats mit (v.l.) Heinrich Boller, Horst Schwarzer, Markus Brechtel, der sich um die Technik kümmerte, Hans Rohmann und Hans Buchert, machte die Übertragung ins Altenzentrum St. Rochus und in diesem Jahr nun auch ins Haus Priska möglich.

Am gestrigen Freitag zelebrierte Domdekan Prälat Heinz Heckwolf zum Fest Mariä Geburt, außerdem gab es um 14.30 Uhr eine Marienandacht. Am morgigen Sonntag, 10 Uhr, steht Regens Dirk Gärtner aus Fulda dem Gottesdienst zur Stadtwallfahrt vor. Am Dienstag, 12. September, 14.30 Uhr, steht die Wallfahrt für Senioren mit Stiftspfarrer Martin Heim, Aschaffenburg, an. Die Bewohner des Altenzentrums St. Rochus und in diesem Jahr erstmals auch von Haus Priska konnten die Gottesdienste am Donnerstag und Freitag live miterleben. Der Seniorenbeirat der Stadt organisierte die Übertragung zum zweiten Mal. Markus Brechtel und Johannes Heppenheimer richteten die nötige Technik dafür ein. Das Angebot war für Bewohner der Einrichtungen gedacht, die aus Altersgründen oder wegen eingeschränkter Mobilität nicht vor Ort sein konnten.

Zwei Kameras waren im Einsatz – eine gerichtet auf den Ambo am Außenaltar der Wallfahrtskirche für Evangelium, Lesung und Predigt, die andere auf den Hauptzele-branten für die Eucharistie. Die älteren Menschen konnten das Geschehen in ihren Einrichtungen auf der Leinwand verfolgen, übertragen per Beamer. Wie der Vorsitzende des ehrenamtlich tätigen Seniorenbeirats, Heinrich Boller, sagte, habe das Media-Team mit Hans Rohmann, Hans Buchert, Horst Schwarzer, Ulrike Kühn und ihm selbst einiges an Vorbereitung benötigt. Kühn begleitete auch die Zuschauer im Haus Priska bei den Gottesdiensten. Es ist daran gedacht, so Boller, die Übertragungen künftig auch Senioreneinrichtungen in Groß-Zimmern und Münster anzubieten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare