„Es liegt in deiner Hand“ - zumindest teilweise

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Einige Mitglieder der Filmgruppe vom Dieburger Standort des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft Ausbilder Klaus Ritzkowsky (2. v. rechts hinten) beim HR.

Dieburg (jd) ‐  Nach dem Schulabschluss ins Studium oder die Ausbildung gehen - nicht für jeden Jugendlichen ist das heute selbstverständlich.

Wer jünger ist als 18 Jahre, kann noch nicht einmal zu Bundeswehr oder Zivildienststelle, um dort Sinnvolles zu tun. Bei wem die schulische Laufbahn dann „nur“ zu Hauptschulabschluss oder manchmal auch zu gar keinem Abschluss gereicht hat, entsteht oft Resignation. Eine der letzten Anlaufstellen bietet sich dann im Dieburger Industriegebiet: Dort hat das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft einen seiner Standorte. Im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit bietet es „Berufsvorbereitende Maßnahmen“ an: Das reicht von Sprachförderung über Bewerbungstraining bis hin zur Schulung der IT- und Medienkompetenz.

Letzteres scheinen die Ausbilder der meist 150 bis 170 Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren erfolgreich zu vermitteln: Anders ist es nicht zu erklären, weshalb jetzt ein Geldregen von 3 000 Euro auf das Bildungswerk niederprasselt. Ein 16-köpfiges Team des Bildungswerks erstellte in diesem Jahr den Kurzfilm „Es liegt in deiner Hand“ und erreichte damit den zweiten Platz des Schülermedienprojekts des Hessischen Rundfunks mit dem Namen „Meine Ausbildung - Schüler führen selbst Regie“.

Selbst entworfene Zeichnung sind ein Bonus

Stilistisch besonders gut kam dabei an, dass die Jugendlichen selbst entworfene Zeichnungen von Simeon Riess und Sven Hellwig in den Film einbauten, in dem Daniel Girardi den Hauptdarsteller gibt. Der Inhalt ist durchaus authentisch: Die geschilderte Antriebslosigkeit nach der Schulzeit, der fehlende Glaube an sich selbst, das späte Aufstehen und die sich anbahnende Selbstaufgabe sind manchem der Jugendlichen nicht unbekannt, wie es die Ausbilder Klaus Ritzkowsky und Christian Mayer umschreiben.

Unter ihrer Federführung entstand der Film, der an Schauplätzen wie dem „Spießfeld“ und der Babenhäuser Firma M8-Blechbearbeitung gedreht wurde. „M8 ist ein sehr kooperativer Betrieb, der auch schon Jugendliche von uns eingestellt hat“, betont Ritzkowsky.

Das Preisgeld wird in Dieburg eingesetzt

Im Film, der laut Vorgabe fünf Minuten dauern und vom Thema Ausbildung handeln sollte, steht am Ende der unterschriebene Ausbildungsvertrag. Wünschenswert ist das auch in der Realität, die aber nicht immer Grund zu Optimismus gibt: Am Tag des DA-Besuchs waren nur 30 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen anwesend, um an den Berufsvorbereitungsmaßnahmen teilzunehmen. Ein Teil sei außer Haus tätig, so Ritzkowsky, ein Großteil fehlte schlicht aus diversen Gründen.

Immerhin: Mit dem Preisgeld lasse sich jetzt das Medienequipment ausbauen. „Das Bildungswerk als Träger hat versprochen, die 3 000 Euro am Standort Dieburg zu lassen“, sagen die Ausbilder.

Veranstaltet wurde der HR-Wettbewerb „Meine Ausbildung - Schüler führen selbst Regie“ unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium sowie Arbeitgeber- und Gewerkschaftsorganisationen.

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