OWK-Dieburg pflanzt mit Förster Peter Sturm Setzlinge.

50 Linden für den „Jakobsborn“

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Förster Peter Sturm (M.) demonstriert, wie man die Setzlinge richtig einpflanzt.

Dieburg ‐ „Wir sind noch im Zeitplan, müssen aber vor Ostern fertig sein“ stellt Revierförster Peter Sturm fest, als er die ehrenamtlichen Helfer aus den Reihen des Odenwaldklubs Dieburg zum Pflanzeinsatz einweist.

Am Rastplatz „Jakobsborn“ erklärt er, wie Lindensetzlinge gepflanzt werden müssen, damit sie anwachsen und in „freier Wildbahn“ überleben können.

„Zum Schutz der jungen Stecklinge vor Wildverbiss werden heute grüne Plastikmanschetten um den Stamm gewickelt“, erläutert Sturm und zeigt sogleich, wie der Verband angelegt wird. Früher habe man Drahtgeflecht benutzt, wodurch sich das „vernaschte Rotwild“ oft verletzt habe, da es den saftigen grünen Trieben nicht widerstehen könne.

Vor zwei Jahren hatte der Odenwaldklub die Initiative ergriffen und das Projekt einer Allee von der Moret bis zum Freizeitzentrum ins Leben gerufen. Mit der ersten Pflanzserie am Jakobsborn wurde bald begonnen. In Kooperation mit der Stadtverwaltung, der Werkstatt für behinderte Menschen und Hessen Forst konnte die Freizeitanlage am Herrnweg nicht nur neu gestaltet, sondern deutlich aufgewertet werden.

Der in die Jahre gekommene Unterstand unterhalb der Moret wurde durch einen schmucken Pavillon ersetzt und die durch Witterungseinflüsse arg strapazierten Bänke und Tische durch komfortable Neuanfertigungen ausgetauscht.

„Wir möchten, dass sich Wanderungen oder Spaziergänge in der Dieburger Gemarkung mehr und mehr lohnen und Wanderer für eine Rast ein weiteres attraktives Ziel finden, zumindest aber einen interessanten Ort zum Verweilen“, begründet der Vereinsvorsitzende Franz Zoth die Entscheidung des Vorstands.

Dass der Jakobsborn schon seit jeher gerne als Stätte der Erfrischung und Erholung angenommen wird, ist bekannt und geschichtlich nachweisbar. Als sprudelnde Quelle war sie nicht nur Hirten und Waldarbeitern nützlich, sondern auch Wanderern und Pilgern auf ihren (Jakobs-)Wegen von Köln über Mainz nach Dieburg und Walldürn oder weiter.

Nach Gesprächen mit Forstdirektor Helmut Seitel und Förster Peter Sturm wurde ein Konzept entwickelt, das auch von den Verantwortlichen der Stadtverwaltung - maßgeblich auch von Bürgermeister Dr. Werner Thomas - befürwortet wurde.

Zusätzlich zu Maßnahmen der Renovierung und Restaurierung wurde im vergangenen Jahr eine Rundbank um die stattliche Douglasie, die im Brombeerdickicht einen Dornröschenschlaf führte, angefertigt.

Eine kleine Gedenktafel an dem Solitär hält seitdem die Erinnerung an Sturms langjährigen Vorgänger Heinz Böhle wach, der sich leidenschaftlich für den Dieburger Wald als Natur- und Kulturgut einsetzte und vor 40 Jahren erstmals am Jakobsborn eine Schutzhütte errichten ließ.

Heute kann interessierten Gruppen und Schulklassen an dieser Stätte motivierender, erlebnisreicher Unterricht geboten werden. Über die Fortführung der Allee in diesem Jahr freuen sich besonders die beiden Naturschutzwarte des OWK Wolfgang Thomas und Achim Schiwek. Sie haben in der Vergangenheit so manchen Waldeinsatz organisiert und sind stolz, dass sich immer wieder ehrenamtliche Helfer finden und die Umsetzung des längerfristig angelegten Projekts gewährleisten. Mit der Einbringung von fünfzig Linden wurde nun ein weiterer Abschnitt des Herrnwegs gesäumt.

Im Herbst diesen Jahres und im nächsten Frühjahr soll die Allee um eine weitere Strecke wachsen. Die Ortsgruppe des Odenwaldklubs betreut in der Dieburger Gemarkung insgesamt drei Schutzhütten, die Hallwachs-Geisler-Ruhe, die Heinrich-Hermann-Ruhe und die Schutzhütte am Jakobsborn.

Zur Erinnerung an besondere Verdienste wurde anlässlich des 70-jährigen Vereinsjubiläums beschlossen, Hallwachs und Geisler sowie Hermann durch das Aufstellen von Ruhebänken zu gedenken. Zunächst war für die Hallwachs-Geisler-Ruhe der Waldrand in der Flur „Hungerlücke“ mit Blick auf den Otzberg ausgewählt worden. 1957 wurde dieser Standort aufgegeben und eine Bank mit Überdachung am „Koppelseechen“ aufgestellt. Die Schutzhütte am Jakobsborn wurde 1968 auf Anregung von Förster Böhle errichtet.

Die Heinrich Hermann gewidmete Hütte befindet sich im Forstwald und war kürzlich auch Etappenziel der Leserwanderung mit dem DIEBURGER ANZEIGER.

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