Lions Club Groß-Umstadt überreicht 10 .000-Euro-Scheck an Dieburger Heidrun-Seibert-Stiftung

Hundenasen gegen Krebs

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Ein Hundeführer lässt vor der Lungenklinik Schillerhöhe in Gerlingen (nahe Stuttgart) seinen Hund an der Atemprobe eines Lungenpatienten schnüffeln. Eine Studie soll nachweisen, dass Hunde in der Lage sind, zum Beispiel Lungenkrebs zu erschnüffeln.

Groß-Umstadt/Dieburg - Im Dezember 2016 feierte der Lions Club Groß-Umstadt mit einem Benefizkonzert seinen 40. Geburtstag.

An diesem Abend übergaben die Lions einen Spendenscheck über 10.000 Euro an die Heidrun-Seibert-Stiftung zugunsten des Projektes „Hundenasen gegen Krebs“. Inzwischen sind weitere 10. 000 Euro zusammengekommen.
Der Dieburger Thomas Riemann-Seibert bekam den Scheck im Klinikum Darmstadt von Club-Präsident Christian Markert und Club-Sekretär Armin Domnick vom Lions Club Groß-Umstadt sowie durch den Moderator des Konzertes, Peter Schmitz vom Lions Club Frankfurt-Flughafen, überreicht. Anwesend waren zudem Prof. Dr. Martin Berger vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ), Prof. Dr. Carl Schimanski, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Darmstadt, und Dr. Thorsten Stein. Dies war bereits die dritte Spende des Lions Clubs Groß-Umstadt, der bereits 2015 20.000 Euro an die Stiftung übergab.

Der Lions Club Groß-Umstadt überreichte der Heidrun-Seibert-Stiftung weitere 10 000 Euro. Von links: Peter Schmitz, Doktorandin Charlotte Feil, Dr. Thomas Stein, Christian Markert, Thomas Riemann-Seibert, Prof. Dr. Carl Schimanski, Prof. Dr. Martin Berger und Armin Domnick.

Das Projekt „Hundenasen gegen Krebs“ wird von der Dieburger Heidrun-Seibert-Stiftung, dem Klinikum Darmstadt, dem deutschen Krebsforschungszentrum, der TU Darmstadt und der Hundeschule TeamCanin gemeinsam durchgeführt. Die medizinische Leitung liegt bei Prof. Dr. Carl Schimanski. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer Früherkennungsmethode für Lungen- und Darmkrebs. Dr. Thorsten Stein und Doktorandin Charlotte Feil sammeln seit Mai 2016 Proben für die Studie. Die Sammlung wird voraussichtlich Ende September 2017 abgeschlossen. Von jedem Patienten, der sich zur Teilnahme bereiterklärt hat, werden zwei Urin- und zwei Atemproben genommen. Diese Proben werden nach der Abgabe bei minus 80 Grad tiefgefroren und danach zu gewissen Terminen jeweils eine jeder Art zu den Spürhunden nach Stuttgart und zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nach Heidelberg geschickt.

Im ersten Teil der Studie wird untersucht, ob Hunde tatsächlich so gut wie angenommen, im Urin und in der Atemluft von Patienten Lungenkrebs finden können. Die Hunde bekommen dazu in einem Raum sechs Proben von gesunden Patienten und eine Probe eines Lungenkrebspatienten präsentiert und müssen die Krebsproben finden.

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Im zweiten Teil der Studie werden alle Proben am DKFZ massenspektroskopisch untersucht, um herauszufinden, welche Verbindungen im Urin und in der Atemluft den Hunden anzeigen könnten, dass ein Patient an Lungenkrebs leidet. Parallel dazu wird in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt versucht, ein Gerät zu entwickeln, das genau diese Verbindungen nachweist, die man hoffentlich am DKFZ identifizieren konnte. Aktuell haben 420 gesunde Patienten an der Studie teilgenommen, damit ist die Kollektion von Kontrollproben abgeschlossen. Da von jedem Patienten vier Proben genommen wurden, wurden insgesamt 1680 Proben von gesunden Patienten gesammelt. Bis zum heutigen Stand haben 70 Krebspatienten an der Studie teilgenommen, weitere Proben sollen noch genommen werden. Die aktuelle Phase der Studie ist finanziert. Für alle weiteren Phasen bedarf es weiterer finanzieller Mittel. Daher sind die Studienleiter dankbar für jede weitere Spende.

Ein zentraler Motivator der Studie ist Thomas Riemann-Seibert, Vorsitzender der Heidrun-Seibert-Stiftung mit Sitz in Dieburg, die sich der Auffindung ergänzender Diagnose- oder Behandlungsmethoden widmet. Der Kampf gegen Krebs ist ihm, der seine Ehefrau durch Krebs verloren hat, zur Herzensangelegenheit geworden. Er weiß, dass Darm- und Lungenkrebs zu den drei häufigsten Tumoren beim Menschen gehören. Die fehlenden Vorsorgeuntersuchungen oder deren mangelnde Akzeptanz führen dazu, dass viele Tumore sehr spät oder auch zu spät entdeckt werden. Riemann-Seibert: „Diesen Mangel wird unser Projekt beseitigen und so hoffentlich viele Menschenleben retten. Ich bin dem Klinikum Darmstadt, der AG Toxikologie und Chemotherapie des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Hundeschule TeamCanin dankbar, dass sie bei diesem sinnvollen Projekt kooperieren.“ (Leo)

Infos unter: www.Heidrun-Seibert-Stiftung.org.

Quelle: op-online.de

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