Lions machen die Bahn frei

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Mehr als Sandkastenspiele: Bürgermeister Dr. Werner Thomas (Mitte), Bernhard Fenn (links daneben) und Dr. Dirk Brechtelsbauer (gelbes T-Shirt) säubern mit freiwilligen Helfern die Weitsprunganlage von Steinen und Unkraut.

Dieburg (ves) ‐  „In Zeiten leerer Kassen bei den Kommunen müssen die Bürger selbst Hand anlegen“, erklärte der Präsident des Lions-Club Groß-Umstadt, Dr. Dirk Brechtelsbauer, überzeugt. Mit diesem Motto ging der Lions-Club Groß-Umstadt am vergangenen Freitag mit gutem Beispiel voran. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Stadt und dem TV traf man sich, um den Sportplatz am Schwimmbad in einen wieder gefahrlos nutzbaren Zustand zu bringen.

In Dieburg gibt es leider keine angemessene Sportanlage, die für den Schul- und Vereinssport akzeptabel wäre“, sagte Lions-Mitglied Bernhard Fenn und verwies auf dicke, wild wuchernde Grasbüschel, die die ganze Grünfläche durchzogen. „Aber auch der Rest der Sportanlage ist sanierungsbedürftig.“ So war auf der Aschenbahn keine Markierung mehr zu sehen und die Kugelstoß- und Weitsprunganlagen zeigten sich in keinem guten Zustand.

Als Bürgermeister Dr. Werner Thomas über die Pläne des Lions-Club informiert wurde, war er sofort von der Idee überzeugt. „Ich bin dabei und helfe auch“, erklärte er spontan. Und so harkte und rechte Thomas gemeinsam mit vielen TV-Mitgliedern, die sich freiwillig zu der Aktion eingefunden hatten, um die Wette. Gemeinsam befreite man die Laufbahn von dem wild wuchernden Unkraut, zog neue Markierungen auf der Aschenbahn und machte das Weitsprungbecken sauber.

Lions-Club Groß-Umstadt fühlt sich für Dieburg zuständig

Vor Beginn der Aktion hatten Bauhofmitarbeiter bereits Vorarbeit geleistet und die Hecken rund um die Bahn beschnitten. „Wir hatten rund drei Stunden für die Säuberung eingeplant“, sagte Fenn und freute sich, dass alle so fleißig mitarbeiteten. „Es geht uns heute nicht um Geld, sondern ums Engagement, und deswegen legen wir alle selber mit Hand an“, so Brechtelsbauer.

Der Lions-Club Groß-Umstadt gehört der weltweit größten und aktivsten Hilfsorganisation an, die in mehr als 170 Ländern tätig ist. „Wir fühlen uns für Dieburg zuständig, denn die Vielzahl der 30 Mitglieder kommt von hier oder aus dem Umkreis“, so Brechtelsbauer. „Unser Ziel ist es vor allem, spontan und unbürokratisch zu helfen, wo Hilfe von Nöten ist.“

Neubau von Umkleide- und Sanitäranlagen längerfristig geplant

Bei der Begehung der Anlage stellte sich mir die Frage, was man mit den geringen zur Verfügung stehenden Mitteln möglich machen kann“, berichtete Bürgermeister Thomas. Denn eine Kompletterneuerung der Aschenbahn käme dem Bau einer Straße gleich und würde rund 400 000 Euro kosten. Eine Summe, die in den nächsten Jahren nicht zur Verfügung steht. Kurzfristige Möglichkeiten bieten sich jedoch an. So soll ein Container an der Anlage bereitgestellt werden, in dem die Gerätschaften zur Pflege des Platzes untergebracht werden können. Hintergrundgedanke ist, dass die Benutzer selber mal zu Harke oder Rechen greifen, um den Platz zu säubern. Denn die Sportanlage wird neben Vereinen auch von den Schulen oder als Veranstaltungsort der Bundesjugendspiele genutzt. „Vielleicht geben wir den Vereinen und Trainingsgruppen ja einen Ansporn mit unserer Arbeit, auch etwas zu unternehmen“, meinte der Bürgermeister. Denn auch die weitere Pflege des Platzes sei wichtig, nachdem nun ein Anfang getan wurde.

Mittelfristig sieht Thomas die Möglichkeit, den Beton des Diskus- und Kugelstoßrings abstrahlen zu lassen. Auch die ehemalige Hochsprunganlage der FH, die momentan zwischengelagert wird, könnte wieder aufgebaut werden. Langfristig ist der Neubau von Umkleide- und Sanitäranlagen vorgesehen. „Die Reste des Sandes, der sich an den 100-Meter-Strecken befindet, könnte man aufschütten und daraus Zuschauertribünen bauen“, sinnierte Thomas, der ebenso wie Brechtelsbauer stolz auf die vielen helfenden Hände war. Und die ließen sich auch von dem plötzlich einsetzenden Regen nicht abschrecken.

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