Keine öffentlichen Parkplätze

Ludwigshallengelände wird jetzt bebaut

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Seit Jahren wird über die Nutzung des Ludwigshallengeländes diskutiert. Am Donnerstag hat das Parlament den Bebauungsplan beschlossen. Der provisorische Parkplatz wird dann wegfallen.

Dieburg - Seit 2007 besteht ein Stadtverordnetenbeschluss über die Wunschbebauung des alten Ludwigshallengeländes mit seniorengerechten Wohnungen. Am Donnerstagabend hat das Parlament endgültig grünes Licht für die Pläne eines Investors gegeben. Von Lisa Hager

Die CDU hat sich als einzige Fraktion dagegen ausgesprochen. Gegen die Stimmen der Christdemokraten hat die Mehrheit von SPD, FDP und Grüne (hier enthielt sich lediglich Herbert Nebel der Stimme) den Bebauungsplan „Zwischen Herrngraben und Zentturmstraße“ beschlossen. Es sollen 23 barrierefreie Wohnungen, Arztpraxen und eine Tiefgarage entstehen.

Die CDU hatte bei den Beratungen im Vorfeld immer wieder bemängelt, dass die seit 2011 vorliegenden Pläne des Investors, der Konzeptbau-Betreuungsgesellschaft mbH aus Darmstadt, keinen zusätzlichen öffentlichen Parkraum vorsähen. Das war auch jetzt der Auslöser für das Nein der Christdemokraten zu dem lange diskutierten Projekt. „Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man davon ausgehen, dass bei dieser Planung die Zielerreichung des Investors im Vordergrund steht und nicht die optimale Stadtentwicklung“, argumentierte Thorsten Winkler für die CDU-Fraktion. Der jetzt als provisorische Parkfläche genutzte Schotterplatz falle komplett weg. „Die geplante Tiefgarage kann den Verlust an Parkplätzen nicht auffangen“, so Winkler. Zumal sie öffentlich nur abends und bei Schließung der Arztpraxen zur Verfügung stehe. „Wir sollten doch bei so einem Filetstück der Stadt nicht zu einer Notlösung greifen“, appellierte er. Fraktionskollege Ronald Gabele versuchte ebenfalls die Haltung der CDU zu verdeutlichen: Mit dem Ja zu dieser Bebauung schädige man die Innenstadtgeschäfte, für die man seit Jahrzehnten mehr Parkplätze fordere. „Den Kunden, die hier einkaufen, nutzt es nichts, wenn sie zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens die Parkplätze nutzen dürfen.“

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Stadtverordneter Robert Mueller konstatierte dagegen: „Von der SPD kommt ein ganz klares Ja zu dem Projekt.“ Schließlich habe man schon lange seniorengerechte Wohnungen im Zentrum haben wollen. Künftig sollte man sich überlegen, wie man derartige Diskussionen effektiver gestalten könnte, denn eigentlich hätten Ende 2014 hier schon Mieter einziehen sollen. Verwundert über die „Kehrtwende der CDU“ zeigte sich Wilhelm Reuscher (FDP), denn es sei ja gerade diese Fraktion gewesen, die das Vorhaben immer vorangetrieben hätte. Dass der Investor seit 2011 trotz allem immer noch bei der Stange bleibe, sei genauso verwunderlich. „Ich darf daran erinnern, dass hier sogar jemand mal ein Fitnesscenter errichten wollte“, spielte er auf den gescheiterten Plan des Groß-Zimmerners Michael Prinz von Anhalt an (wir berichteten). Der Schotterplatz, so Reuscher, sei immer ein Provisorium gewesen und müsse weg an dieser Stelle. „Das ist ein Schandfleck!“ Zudem sich auch nicht unerheblicher Feinstaub für die Anwohner dort entwickele.

Er sei früher „glühender Anhänger der Pläne“ gewesen, so Herbert Nebel (Grüne), der sich der Stimme enthielt. Inzwischen sei er aber nicht mehr überzeugt davon, zudem der Investor auch schon weitere Flächen auf dem Postgelände gekauft habe, um sie eng zu bebauen. Das werde weitere Stellplätze kosten.

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